Herzstolpern nach Ablation von Vorhofflattern + Angststörung

Kategorie: Herzberatung » Selbsthilfeforum - Herz und Kreislauf

28.01.2019 | 21:03 Uhr

Hallo Zusammen,

ich bin 34 Jahre alt und bei mir wurde vor rund 8 Wochen eine EPU durchgeführt, um festzustellen, woher meine Tachykardien (die ich zwar bereits seit meinem 18 Lebensjahr hatte, die aber seit Oktober 2018 in einem deutlich heftigeren Ausmaß in Häufigkeit und Dauer auftraten) kommen.

Nach fast einstündiger Untersuchung bei vollem Bewusstsein konnte nach Gabe von Adrenalin ein Vorhofflattern festgestellt werden. Dieses wurde anschließend per Ablation behandelt.

Eine Woche nach der Ablation hatte ich wieder einen Anfall, der mich in die Nahaufnahme führte. Nicht ungewöhnlich - so sagte man mir dann dort. „Rückfälle“ könnten in den ersten 12 Wochen nach Ablation durchaus auftreten.

Seitdem nehme ich eine halbe Tablette  Metaprolol morgens, die ich gut vertrage.

Seit 5 Tagen habe ich nun plötzlich hin und wieder - aber immer häufiger - ein Herzstolpern. In einem anderen Beitrag habe ich schon gelesen, dass dies wohl häufiger nach Ablationen vorkommt... Mich macht es ganz wahnsinnig und spielt direkt in die durch die Anfälle wieder aufgetretene Angststörung.

Nun wüsste ich gern, ob es hier Leidensgenossen gibt, die ebenfalls nach einer Ablation unter Herzstolpern gelitten haben und wie sich dieses im Laufe der Zeit entwickelt hat.

Auserdem interessiert mich, ob es hier Nutzer habt, die auch an einer Angststörung leiden, die durch ein „Herzleiden“ ausgelöst wurde bzw. die damit in irgendeiner Form einhergeht.

Ich freue mich über jede Antwort!

Herzliche Grüße!

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Community-Managerin
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01.02.2019, 16:50 Uhr
Antwort von Community-Managerin

Hallo Grete84,

vielen Dank für Ihren Beitrag in unserem Selbsthilfeforum.

Wenn Sie die Beiträge in unserem Forum einmal durchlesen werden Sie viele Beiträge von Nutzern finden die aufgrund einer Herzerkrankung eine Angstörung, bzw. Ängste haben und zur häufigen Selbstbeobachtung neigen. Ich finde das sehr naheliegend, denn eine Herzerkrankung kann möglicherweise lebensbedrohlich sein.

Sie sollten bei vermehrten Herzstolpern auf jeden Fall noch einmal Ihren Kardiologen aufsuchen, denn er wird Sie bei Ängsten aufklären können und zu Ihrer eigenen Sicherheit und Beruhigung sollte erneut geschaut werden das Ihre Operation gut verlaufen ist.

Zudem wäre es sicherlich gut, wenn Sie sich bei einer bereits bestehenden Angststörung auch psychologische Hilfe holen würden, falls Sie dies nicht sowieso schon tun.

Holen Sie sich auf jeden Fall aktiv Hilfe, damit Sie den Eingriff gut verarbeiten können und wieder mehr Sicherheit in Ihrem Leben finden.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Viele Grüße

Victoria

Lifleine - Community-Managerin

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01.02.2019, 17:55 Uhr
Antwort

Liebe Victoria,

herzlichen Dank für Ihre Antwort.

In der Tat bin ich bereits in psychotherapeutischer Behandlung. Und einen Termin zum (Kontroll-)LZEKG steht auch in einer Woche an.

Bei Nachfrage in der kardiologischen Praxis wurde mir bereits gesagt, dass ein Herzstolpern nach einer Ablation durchaus nichts Umgewöhnliches sei. 

Ich habe die Suchfunktion bemüht. Dort konnte ich allerdings kaum Beiträge mit dem Thema Angst finden können.

Ich schaue aber noch ein mal nach.

Beste Grüße

 

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02.02.2019, 14:08 Uhr
Kommentar von Community-Managerin

Hallo liebe Greta,

vielen Dank für Deine Rückmeldung.

Es ist gut zu wissen, dass Sie schon einmal bei Ihrem Kardiologen nachgefragt haben und auch noch einmal ein LZEKG gemacht wird.

Das Sie bereits therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen finde ich auch sehr gut.

Ich denke, Sie sind mit all den Massnahmen die Sie ergreifen und schon ergriffen haben auf einem guten Weg, damit Sie mit Ihren Ängsten besser umgehen können. Sicherlich braucht das einfach seine Zeit.

Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute dafür.

Viele Grüße

Victoria

Lifeline - Community-Managerin

 

 

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15.04.2019, 04:46 Uhr
Antwort

Liebe Grete,

ich würde gerne wissen, wie es dir geht. Ich hatte vor einer Woche eine EPU mit Ablation zwecks AVNRT. 

Mit Angst und Panikstörungen kann icu auch mitreden. Das ist echt schlimm. Bei mir geht es Richtung Herzneurose bzw Somatisierungsstörung, denn das „Alarmsystem“ in meinem Körper ist natürlich jetzt auf 100%! Da ich auch früher schon viel mit Krankheiten zu tun hatte, doppelt.

Jetzt ist die Ablation 6 TAge her und ich habe so ein Gefühl von innerem zittern, fühlt sich merkwürdig an. Hab natürlich direkt wieder Mega Angst und an Schlaf ist damit nicht zu denken... Kennst du das zu? 

Mich hoffe es geht dir gut. Lieben Gruß Janine

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15.04.2019, 09:47 Uhr
Kommentar

Liebe Janine,

es tut mir leid zu hören, dass Du Ähnliches durchmachen musst, wie ich... :-(

Ich habe nach wie vor mit meiner Herzphobie/-Neurose (das Kind hat ja viele Namen...) zu tun. Ich befinde mich in Therapie und mache aktuell ein Achtsamkeitstraining. Beides hilft und trägt bereits Früchte. Aber es kostet mich im Alltag nach wie vor extrem viel Kraft mich mit meinen Ängsten auseinandersetzen zu müssen. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht irgendwas „spüre“, Ängste habe oder einfach nur ein ungutes, belastendes Gefühl habe.

Hilfreich zu wissen in diesem Zusammenhang ist sicherlich, dass es „normal“ ist derartige Ängste nach meiner/unserer Geschichte  zu haben und dasss diese, trotz intensiver Auseinandersetzung mit ihnen, etwa ein Jahr brauchen, um in normales Fahrwasser zu kommen.

Erschöpfung, Stress und Ärger führen häufig dazu, dass es mir deutlich schlechter geht und gefühlt habe ich dann auch häufiger Herzstolpern (auch rund um meinen Eisprung und die Periode...). Da ich zwei kleine Kinder habe und mein Mann beruflich sehr viel unterwegs ist, ist der Grad an Erschöpfung und Stress leider nahezu permanent recht hoch. 

Was Du auch kennen wirst, ist die Aussage aller Mediziner, dass das Herzrasen und -stolpern nicht bedenklich und schon gar nicht lebensbedrohlich ist. Das mag objektiv gesehen so sein. Mir fällt es nach wie vor schwer, das so sachlich zu sehen und das macht es mir wirklich schwer! Es fühlt sich halt sehr bedeohlich an. Und das macht Angst!

Auch, wenn ich noch immer nahezu täglich Angst und Sorge habe, so kann ich sagen, dass diese sich jedenfalls verhältnismäßig schnell „einfangen“ lässt. Ein gutes Zeichen. Aber ich befürchte, der Weg ist noch lang.

Ich könnte noch so viel berichten und ich würde mich gern weiter mit Dir austauschen, da ich auch das Gefühl habe, dass es mir bei der Verarbeitung hilft, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Wie alt bist Du? Wo kommst Du her? Und wie lange hattest Du die Rhythmusstörung vor der Ablation?

Viele liebe Grüße

Grete 

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15.04.2019, 18:38 Uhr
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Hallo Grete,

erstmal deine letzten Fragen vorab. Ich bin. 30, komme aus dem Rheinland und hatte die Herzrhythmusstörungen was länger. Vor Jahren sind es an mit einmal im Jahr. Dann mal 3 mal. Dann länger gar nicht. Und so weiter. Im Januar fing es plötzlich an mit jeder Nacht. Dann jede Nacht mehrmals... Da hört es dann für mich au auf.

Ich bin auch schon länger selbst in Therapie, bin mittlerweile selbst Therapeutin. Und trotzdem habe ich es nicht geschafft, mit diesen Ängsten umzugehen, denn es ist nun mal existenziell. Ich kann mich von Kopf meist gut abgrenzen, mein Körper macht trotzdem Panik. Das ist auch komisch. Ich liege da, alles ok, und mein Körper fängt dann an mit Symptomen wie zittern, schwitzen etc. seltsames Gefüh.

Ja ich kenne es von den Ärzten, man kann davon nicht sterben, alles gut. Immer wieder blöd diese Aussagen. Nun habe ich Tavor, wenn es zu schlimm wird, allerdings nehme ich das nur total im Notfall, da ich die Gefahren kenne. 

Meditation ist auch gut, hilft mir mit dem Körper aber nicht. Cranio Sacral therapie und Osteopathie sind nicht verkehrt, wenn was mit dem Körper ist. 

Aber so das Allheilmittel hab ich noch nicht. 

Hab heute was von CBD Öl gehört. Kennst du das?

Als Mutter mit kleinen Kindern stelle ich mir Das ganz schön stressig vor. Hast du denn noch Zeit für dich? Was machst du für Therapie? Woher kommst du? Für mich ist es auch total gut, mich auszutauschen. Immer mal wieder.

Lieben Gruß 

Janine

 

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15.04.2019, 20:41 Uhr
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Hallo Janine,

bei mir ist es auch so... das erste Mal, dass ich die Herzrhythmusstörung hatte, liegt bereits 16 Jahre zurück. Dann traten sie in sehr unregelmäßigen Abständen auf. Teilweise monatelang gar nicht, dann wiederrum mehrfach in der Woche. Und wenn sie kamen, hielt das Herzrasen (ca. 180 bpm) nur rund 30-60 Sekunden an. Ich konnte es durch unterschiedliche Manöver sogar selbst beenden.

Da die Anfälle so unregelmäßig kamen, konnte auch bei einem LZEKG nichts festgestellt werden. 

Was da tatsächlich los war, wurde auch erst während der EPU diagnostiziert. Nach diversen Manövern, die das Herzrasen auslösen sollten, es aber nicht taten, wurde nach Gabe von Adrenalin das Herzrasen festgestellt und ein Vorhofflattern diagnostiziert. Sehr ungewöhnlich für mein Alter und am wahrscheinlichsten eine embryonale Fehlentwicklung des Reizleitungssystems (so oder so ähnlich...).

Warum die Rhythmusstörung plötzlich in derartig heftigem Ausmaß aufkam, kann auch niemand erklären und man begibt sich ja dann selbst auf die Suche...

Rückblickend kann ich zumindest für die seit Oktober aufgetretenen Anfälle behaupten, dass sie immer mit stressigen Situationen in Verbindung standen. Und dass in stressigen Situationen vermehrt Adrenalin ausgeschüttet wird, ist ja bekannt...

Und auch das Herzstolpern hängt in der Regel mit Situationen von Stress, Ärger oder Anspannung zusammen.

Und angepannt bin ich seit Monaten fast durchgehend... ist ja klar. Eins scheint das andere zu bedingen.

Von CBD Öl habe ich noch nichts gehört.

Ich nehme seit etwa zwei Wochen Tromcardin complex (freiverkäufliches Mineralien-...). Das wurde mir in der Uniklinik als Unterstützung empfohlen. Den Betablocker habe ich in Ansprache abgesetzt.

Ich möchte nun auch wieder vermehrt Kardiotraining machen, um mein Herz zu stärken.

Durch die Angst und die extreme „Schonhaltung“ merke ich, dass ich echt nicht mehr sehr belastbar bin. Bei kleinster Belastung (z. B. mit Kind auf dem Arm die Treppe hoch) kann mein Puls ohne Weiteres mal auf 130 bpm hochgehen. 

Im Fitnessstudio bin ich schon angemeldet. Nur die Zeit hinzugehen fehlt noch... Und Radfahren am Wochenende steht auch auf dem Plan.

Zeit für mich ist momentan wirklich rar bzw. nicht vorhanden! Sicherlich auch ein Symptom des Problems. 

Zur Zeit mache ich MBCT - ein Achtsamkeitstraining in Form einer Gruppen-Verhaltenstherapie. Das geht 8 Wochen. Anschließend werde ich meine (tiefenpsychologische) Einzeltherapie fortsetzen.

Übrigens komme ich auch aus dem Rheinland. :-)

Wie geht es für Dich nun weiter? Wie geht es Dir aktuell?

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15.04.2019, 22:16 Uhr
Antwort

Liebe Grete

eo aus dem Rheinland kommst du denn her? Ich komme aus dem Köln/Bonner Raum :-)

An Sport ist bei mir so gar nicht zu denken. Leider. Ist ja grade erst mal eine Woche her. Ich kann aber seit Januar schon keinen Sport mehr machen, weil zu anstrengend. Ich hoffe das wird wieder besser...

Tromcardin habe icu vor der op ein paar Wochen genommen. Jetzt nehme ich das nur noch ab und an...

Therapie mache ich auch. Aber mir fehlt etwas, was meinen Körper wieder reguliert. Da suche ich noch...

CBD Öl probiere icu mal aus und werde berichten...

Wie es weiter geht.... Keine Ahnung 

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16.04.2019, 13:15 Uhr
Kommentar

Ich komme aus Bonn. :-) 

Was genau meinst Du, wenn Du sagst, dass Du etwas suchst, das den Körper reguliert?

Ich selbst habe teilweise - nicht immer - einfach Probleme damit, zu unterscheiden, ob ich gerade ein psychisches oder organisches Thema, oder ob das eine das andere bedingt. Ich bilde mir ein, dass ich besser damit umgehen könnte, wenn ich wüsste, dass bestimmte Symptome psychosomatischer Natur sind und ich gerade “einfach nur“ unter Stress stehe und das die Auswirkung davon ist.

Ich versuche mir bei jeden Herzstolpern eine Erklärung zu liefern, was diese nun ausgelöst hat. Habe ich zu wenig getrunken? Stehe ich unter Anspannung? Habe ich zu wenig geschlafen? Vielleicht Magnesium- oder Kaliummangel? Die Möglichkeiten sind ja dummerweise unendlich...

Am allerliebsten hätte ich jedoch die Gelassenheit Herzstolpern als einfaches Herzstolpern zu sehen und es dabei zu belassen. Oder besser noch: es einfach gar nicht wahrzunehmen bzw. zu spüren.

 

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17.04.2019, 05:50 Uhr
Kommentar

Liebe Grete

ich komme auch aus Bonn, was ein Zufall!

Was du schreibst, über die Unterscheidung von psychisch und physisch, das kenne ich auch. Ist bei mir auch jeden Tag Thema. Ich traue meinem eigenen Körper einfach gar nicht mehr und weiß nie, wann jetzt was los ist und wann mich mein Kopf verarscht.

Bestes Beispiel ist heute Nacht. ich Merke das schon auf dem Sofa abends, wenn ich ruhig werde. 

Sobald ich mich hinlege fängt mein Körper an zu zittern und mein Puls geht Hoch, aber nicht exorbitant, sondern so auf 100. Und es fühlt sich permanent an wie kurz vor ner Panikattacke. Aber es bleibt dabei. Es fühlt sich an als ist der Körper Mega gestresst und zittert einfach die ganze Zeit. Manchmal ist es angenehm, das zittern zu verstärken, um die Energie loazu. Aber an schlafen ist halt nicht zu denken. Diese Nacht waren es knapp 3 Stunden. 

Mob das nun psychisch und echt physisch ist, keine Ahnung. Ich werde einen Termin machen in der Klinik die mich operiert haben und mal mit dem Ärzten sprechen...

Aber es macht mich auch irre, nicht richtig und sicher einschätzen zu können was jetzt los ist. Es ist Wahnsinn was der Kopf alles für Möglichkeiten findet, oder? Ich glaube er erfindet jede Nacht bei mir neue  Krankheiten...

wie gehts dir denn momentan? 

lieben Gruß aus Röttgen 

Janine

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17.04.2019, 11:11 Uhr
Kommentar

Liebe Janine,

gestern und heute hatte ich jeweils wieder kurz Herzstolpern. Nicht dramatisch stark und auch nicht häufig. Aber es war da. Ich gebe mir große Mühe dem ganzen nicht zu viel Bedeutung beizumessen und sage mir, dass das nichts Schlimmes ist. Heute glaube ich mir die meiste Zeit sogar selbst. Aber ich merke, wie ich abbaue, weil ich einfach derartig erschöpft bin. Der gestrige Tag war schön aber sehr anstrengend (ich hatte unerwar viel Besuch) und die Nacht war unruhig. 

Heute habe ich auch seit langem mal wieder zu Neurodoron gegriffen. Das hilft mir immer ganz gut.

Ich bin aber auch etwas nervös, weil ich seit dem ersten Anfall im Oktober und allem was dann folgte schlecht allein sein kann bzw. ich fühle mich einfach wohler, wenn ich es nicht bin.

Und heute ist mein Mann beruflich eine Nacht weg...

Wie geht es Dir heute? Arbeitest Du denn schon wieder nach dem Eingriff oder kannst Du Dich nach der kurzen Nacht wenigstens tagsüber noch ein wenig ausruhen? 

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Hier wird’s mir sonst zu privat... :-)

Liebe Grüße