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Av Block 2 Wenckebach und Extrasystolen… Ursachen??

Kategorie: Herzberatung » Selbsthilfeforum - Herz und Kreislauf

19.03.2014 | 01:04 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Vor über 2 Jahren wurde mir ein AV Block 2. Grades Wenckebach diagnostiziert, nachdem ich mich selbst eingeliefert hatte, da ich die Pausen extrem spürte und mir permanent schlecht war. 

Seit Beginn des Jahres habe ich verstärkte Symptome, viele Extrasystolen sind plötzlich dazu gekommen. Die hatte ich vorher nie. Mein kompletter Brustkorb zuckt, manchmal sind es viele ES hintereinander. Ständig habe ich zudem Schmerzen in der Brust ausstrahlend in den Arm links.

Ich habe dies kardiologisch abchecken lassen per Sono, Langzeit EKG und Belastungs EKG. Erfreut waren die Kardiologen nicht, halten es jedoch für "ok und ungefährlich".

Meine Frage ist nun aber, warum niemand meine Beschwerden ernst nimmt. Subjektiv wird es wirklich immer schlimmer. Wieso wird kein Kardio MRT gemacht oder nach der Ursache gesucht? Ein AV Block in meinem Alter (mittlerweile 24 Jahre) ist doch nicht normal?

Ich bin mittlerweile nicht mal mehr ängstlich oder panisch, sondern einfach nur schwer belastet von meinen Symptomen. Ich spüre jeden Extraschlag und jeden Aussetzer massiv, mir wird schwindlig, schlecht, ich habe andauernd am Tag ein Engegefühl im Hals. Wenn ich mich bücke oder vornüber Beuge kommen IMMER (!) Viele Extrasystolen. Es nervt nur noch...  Da diese Beschwerden sehr sehr oft bewegungsabhängig sind, frage ich mich, ob nicht die Gefäße betroffen sind? Doch leider interessiert das meine Ärzte absolut nicht. 

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28.03.2014, 10:09 Uhr
Antwort

Hallo!

Also, zunächst einmal ist ein AV-Block 2. Grades, Mobitz Typ 1 (Wenckebach) nicht als gefährlich einzustufen. Beim Mobitz Typ 2 geht man schon eher davon aus, dass der sich irgendwann zu einem kompletten, also AV-Block 3. Grades, entwickelt, aber der Wenckebach-Typ birgt dieses Risiko eigentlich nicht. Bei einem Wenckebach-Block wird das PQ-Interval (Überleitungszeit zwischen Vorhöfen und Herzkammern) immer länger, bis dann ein Impuls gar nicht mehr übergeleitet wird und folglich eine einzelne Kammeraktion ausbleibt. Die dadurch entstandene Pause ist vom Ding her vergleichbar mit einer kompensatorischen Pause nach einer ventrikulären Extrasystole, d.h. sie ist nicht besonders lang. Klar, wenn du jeden Aussetzer spürst, kann das unangenehm sein, aber gefährlich ist es nicht. Diese Art AV-Block ist deswegen allein auch keine Indikation für einen Herzschrittmacher. Moderne Herzschrittmacher mit speziellen Algoritmen lassen solche einzelnen Blocks sogar zu und springen erst dann ein, wenn man eine bestimmte Anzahl innerhalb einer bestimmten Zeit hat (z.B. drei Blocks innerhalb von 12 Schlägen). So war das früher bei meinen intermittierenden AV-Blockierungen aller drei Grade auch. Ich wusste, was Sache ist, und konnte deshalb mit diesen Aussetzern gut umgehen.

Wie oft treten deine AV-Blocks denn auf, hat man das mal in einem Langzeit-EKG - möglichst über mehrere Tage - gecheckt? Sind es mehrere Tausend Blocks pro Tag, einhergehend mit Beschwerden, könnte ein Schrittmacher natürlich, trotz dem oben geschriebenen, helfen. Da müsste man dann mal einen Rhythmologen hinzuziehen.

Extrasystolen machen aber, wie schon gesagt, auch kurze Pausen. Ich weiß nicht, ob du diese Pausen sicher von den AV-Block-Pausen unterscheiden kannst. Vielleicht sind es im Moment eher die Extrasystolen, die dir so zu schaffen machen. Auch hier wäre ein Langzeit-EKG wichtig, um die Anzahl zu ermitteln. Sind es mehrere Tausend am Tag, könnte man es notfalls mal mit einem niedrig dosierten Betablocker versuchen. Wichtig wäre auch, die Kaliumwerte zu checken, denn oftmals führt ein niedriger Kaliumspiegel zu Extrasystolen oder anderen Rhythmusstörungen. Jetzt aber bitte auf gar keinen Fall einfach Kaliumtabletten kaufen und einwerfen, denn: Ein zu hoher Kaliumspiegel kann unter Umständen lebensbedrohliche Rhythmusstörungen hevorrufen!!! Also, Kaliumwerte im Blut checken lassen und nur, wenn die wirklich zu niedrig sind, mit dem Arzt besprechen, ob Kaliumtabletten helfen könnten.

Alles Gute

Inga