Herzrhythmusstörung und Linksschenkelblock

Kategorie: Archiv Expertenräte Herzberatung » Herzrhythmusstörungen | Expertenfrage

13.04.2009 | 19:12 Uhr
Hallo,
ich habe mich gerade erst angemeldet, weil ich am 8.4. plötzlich Herzrhythmusstörungen (Stolpern, Rucken, Verzögerungen zwischen den Pulsschlägen) bekam. Da die Beschwerden am 9.4. noch anhielten ging ich zum Kardiologen. Die Diagnose aufgrund von EKG und Ultraschall lautete: Linksschenkelblock. Ich bekam lediglich den Rat die Rhythmusstörungen zu ignorieren, auf "meinen Körper zu hören" und meine Expeditonsreisen zu unterlassen! Die Frage nach der Ursache wurde mit der Vermutung, dass da mal eine Herzmuskelentzündung gewesen sein könnte beantwortet, "aber das sei keine frische." Der Linksschenkelblock sei neu. In der Tat wurde am 1.2 diesen Jahres mein Herz während eines Klinikaufenthaltes (Tropenmedizin - ich hatte eine Ciquatera Fischvergiftung = Nervengift) sehr genau untersucht und keinerlei Rhythmusstörungen oder gar ein Linksschenkelblock festgestellt. Könnte es einen Zusammenhang zwischen der Ciquatoxin Vergiftung und dem jetzt aufgetretenen Linksschenkelblock geben?
Weiterhin hatte ich Anfang März eine starke Magen-Darminfektion mit sehr heftigen Durchfällen und Erbrechen. Der Kardiologe ging auf meinen Hinweis auf die Virus bedingte Darminfektion nicht ein. Mir ist bekannt, dass nach solchen Darminfektionen Herzmuskelentzündungen auftreten können. Daher mache ich mir diesbezüglich natürlich Sorgen.
Am Karfreitag traten die Rhythmusstörungen erneut auf, sodass ich zur Notdienstzentrale fuhr.Auf dem EKG Ausdruck, den ich erhielt stand:"normofrequenter Sinusrhythmus, Linkstyp, Linksschenkelblock möglich,möglicher anteroseptaler Infarkt, unspez. laterale Endstreckenveränderung".Der Arzt schloss sich der Diagnose des Kardiologen an und schickte mich wieder nach Hause.
Auf den Rat meiner Apothekerin nahm ich 2 Tbl. Tromcardin complex täglich mit dem Erfolg, dass die unangenehm spürbaren Rhythmusstörungen jetzt weitgehend verschwunden sind, meine diesbezüglichen Sorgen und Ängste aber keineswegs. Was bedeutet das Ganze? Was soll ich jetzt tun?
Zur weiteren Information: Ich habe seit mehreren Jahren Bluthochdruck, der mit 1/2 Tbl. Concor 5 und einer 1/2 Tbl. Dytide H gut eingestellt ist. Ursache des Hochdrucks war eine Nierenarterienstenose (fibromuskuläre Displacie), die behoben wurde.Ganz ohne die Blutdruck senkende Medikation ging es aber dennoch nicht. Ich bin 64 Jahre alt.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe.
Mit freundlichen Grüßen
Hanne

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Bisherige Antworten
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14.04.2009, 14:08 Uhr
Antwort
HAllo,
Ein Linksschenkelblock kann durchaus Folge einer durchgemachten Herzmuskelentzündung sein. Eine spezielle Therapie ist in den allermeisten Fällen hier nicht notwendig, allerdings sollten Sie für einige Zeit stärkere körperliche Anstrengungen meiden. Die Prognose ist im allgemeinen gut, auch mit Linksschenkelblock kann man alt werden.
Grüße
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14.04.2009, 15:30 Uhr
Kommentar
Sehr geehrter Herr Dr. Schlüter,
vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe jetzt gleich einen Termin in der Kardiologie des hiesigen Krankenhauses um diese Rhythmusstörungen und die mögliche Ursache des Linksschenkelblocks abzuklären.
Sobald ich mehr weiss werde ich Sie informieren.
Mit freundlichen Grüßen
Hanne
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