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R07.3 G - Sonstige Brustschmerzen

Kategorie: Archiv Expertenräte Herzberatung » Herz | Expertenfrage

06.11.2009 | 05:48 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren,
nun habe ich Monate quasi Ruhe gehabt - und die Schmerzen... ja, wie soll ich es sagen, es kommt immer wieder vor.
Heute Nacht, nachdem ich mit meiner Lebensgefährtin intim geworden bin, recht schnell müde wurde und auch kurz vor dem Einschlafen war. In diesen Moment überkommen mich Hitzewallungen, Atemnot, Schmerzen im Herzbereich und ein Schweißausbruch.
Natürlich erst einmal denkend es wär eine Panikattacke habe ich mich versucht zurück zu lehnen und zu entspannen. Aber es klappte nicht. Mir wurde darauf noch leicht übel und Schwindel trat herbei. Also entschied ich mich dafür den kassenärztlichen Notdienst anzurufen - wo mir der Arzt für Hausbesuche mitteilte, er könne ja sowieso nichts machen, da er nicht die nötigen Apparate am Mann hätte (z.B. EKG). Also, ich Rettungsdienst gerufen, die mich wieder ins Klinikum gebracht.
Ich schreibe Ihnen einfach mal den Befund hier rein.
Anamnese:
In der Nacht kaltschweißig aufgewacht, thorakales Engegefühl, Herzrasen, Herzklopfen, Hitzewallungen. Schmerzen am Hals und Kopf.
Befund:
Patient wach, orientiert, kreislaufstabil. RR 165/lm EKG SR, IT, HF 66/min., ST-Streckenhebungen II, aVF, V1-V4. Herzenzyme unaufällig.
Verlauf:
Patient mit bekannter psychisch bedingter arterieller Hypertonie. Einstellung mit Beloc Zok mite. V.a. bei körperlicher und psychischer Belastung immer wieder thorakale Beschwerden. EKG-Veränderungen seit ca. 6 Monaten vorbekannt. Ambulanter Termin beim Kardiologen zur Abklärung Ende Januar. Aufgrund der immer wieder auftretenden Beschwerden und dem Risikoprofil mit Nikotinabusus und arterieller Hypertonie sowie EKG-Veränderungen wurde dem Patienten eine elektive stationäre Aufnahme zur weiteren Abklärung empfohlen.
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So - so weit wären wir schon.
Jetzt ist natürlich die Frage:
Droht mir irgendwas ? Ich bin 23 Jahre alt... an sich 'n sehr aktiver Mensch.
Muss ich Angst haben dass mir ggf. in Kürze etwas passiert bzw. mit meinem Herzen passiert ?
Bisher habe ich das ganze immer versucht als "Herzneurose" abzutun. Aber nun scheint ja wirklich etwas im Busch zu sein - oder auch nicht ?
Die vorherigen Kollegen meinten dass solche veränderungen in den Strecken bei jungen Leuten harmlos seien, besonders wenn diese sich ein oder zwei Mal extrem aufgeregt hätten.
Was meinen Sie ? Grund zur Sorge ?
Liebe Grüße,
René O.

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Bisherige Antworten
Dr. Claudia Bernholt
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06.11.2009, 11:52 Uhr
Antwort von Dr. Claudia Bernholt
Hallo Rene´, leider keine hellseherischen Föhigkeiten. In Ihrem Alter eine relevante Herzerkrankung sehr unwahrscheinlich, deswegen kardiologische Vorstellung mit Zeitfenster und nicht dabehalten. Letztendlich in Anbetracht der Lebenserwartung von 85 Jahren und Angststörung sehr unklogisch, zu rauchen
gruß
CB
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06.11.2009, 16:46 Uhr
Kommentar
Hallo Frau Dr. Bernholt,
nehmen Sie es mir bitte jetzt bloß nicht persönlich. Mich verwirrt ein bisschen Ihr Satzbau :-)
Außerdem können Sie eigentlich davon ausgehen dass 67 von 85 Zwanzig bis Fünfundzwandzigjährige rauchen.
Haben die definitiv jetzt auch alle nervlich bedingten (geerbten) Bluthochdruck ?
Nein.
Deshalb, pauschalisieren Sie das ganze bitte nicht. Mein Problem sind auch an sich nicht der Blutdruck - den bekomme ich mit den Betablockern soweit in Griff.
Mir geht es um die ST-Streckenhebungen.
Und dazu würde ich gerne Ihre Meinung hören.
Und wie gesagt - nur nicht persönlich nehmen. Ich finde es super dass Sie sich Zeit für mich nehmen.
Nur, bitte verstehen Sie mich auch, ich habe gestern nicht gerade "Spaß" gehabt als die Schmerzen kamen.
Nochmals vielen Dank,
René O.
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06.11.2009, 18:15 Uhr
Kommentar von Dr. Claudia Bernholt
die muß man selber sehen, unter Belastung sicher besser zu beurteilen.Und ST Streckenhebung ist nicht gleich STStreckenhebung.Sorry mit dem Satzbau, nach 200 Schweinegrippefragen klappt es damit nicht mehr so gut... ;-)
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06.11.2009, 19:14 Uhr
Kommentar
Ist schon ok Dr. Bernholt. Danke für Ihre Mühe und Auskunft. :-)
Ich würde Ihnen jedenfalls empfehlen - sofern diese Möglichkeit für Sie besteht - dass Sie das Wochenende etwas ausspannen. Sie scheinen ziemlich im Stress gewesen zu sein, besonders was die Schweinegrippefragen angeht. Aber das Pharma- und Sanitätswesen muss ja irgendwie Geld in die Kasse holen. Klar dass da Gott und die Welt mit viralem Marketing in Angst und Schrecken versetzt wird. Wobei ich jetzt damit die Schweinegrippe nicht unterschätzen möchte, aber man kann es auch "gemütlicher" angehen. Besonders was Medienbetreuung angeht.
Deshalb: Ein angenehmes Wochenende. Ruhen Sie sich aus, und wie gesagt: Vielen Dank noch einmal für Ihre Mühe.
Liebe Grüße,
René O.