Komplikationen nach Herzkatheter

Kategorie: Archiv Expertenräte Herzberatung » Herz | Expertenfrage

13.10.2009 | 10:50 Uhr
Meine Mutter wurde vor 10 Tagen mit Verdacht auf Herzinfarkt vom Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde dann ein Vorhofflimmern diagnostiziert und eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt. Bei der Herkatheteruntersuchung wurde ein Stent bei meiner Mutter gesetzt und die Punktionsstelle in der rechten Leiste wurde mit einem Verschlußsystem geschlossen. Um 22:00 Uhr wurde sie dann auf die Intensivstation verlegt. Sie war ansprechbar und machte eigentlich einen ganz guten Eindruck. Am nächsten Morgen wurde ich um 09:00 Uhr von der Intensivstation angerufen und der Arzt bat mich, zu kommen, da meine Mutter vor ca. 2 Stunden, also um ca. 07:00, in einem sehr kritischen Zustand war. Eine Ärztin berichtete mir, dass sich das Verschlußsystem wohl gelöst haben muss und meine Mutter massiv Blut verloren und eingeblutet hat. Sie hatten sehr große Mühe, die Blutung mit einem Druckverband zum Stillstand zu bekommen. Insgesamt hat meine Mutter danach 6 Blutkonserven erhalten und hatte einen Wert (den Namen habe ich leider vergessen, Anteil roter Blutplättchen) von 4,5 der normal bei Frauen wohl so um 12 liegt. Meine Mutter hat nun ein Hämatom in der gesamten Leiste, bis in den Bauchraum, in den Rücken und das gesamte rechte Bein bis zum Knie. Das gesamte Bein ist stark geschwollen. Meine Frage: Haben Sie schon einmal von so einer großen Komplikation gehört, obwohl der Patient auf der Intensivstation beobachtet wird? Kann sich ein Verschlußsystem einfach so lösen und niemand merkt es? Meine Mutter lag die gesamte Zeit im Intensivbett, hat sich also kaum bewegt, zumal sie noch Beruhigungsmittel bekommen hat. Vielen Dank!

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13.10.2009, 16:46 Uhr
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Hallo Karl-Heinz,
es kommt leider immer wieder vor, dass nach einer Punktion, egal, ob die Punktionsstelle mit oder ohne Verschlusssystem behandelt wird, ein Hämatom auftritt. Da es sich um eine schleichende Blutung handelt, die zunächst keine Auswirkungen auf den Kreislauf hat, kann, wenn der Patient schläft (z.B. nach Beruhigungstabletten), eine Blutung schon mal in der ersten Zeit übersehen werden. Es wird sich aber alles zurückbilden.
Lieben Gruß
km
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13.10.2009, 18:22 Uhr
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Vielen Dank für Ihre Antwort.
Natürlich kann es immer wieder zu Komplikationen kommen, aber sind 6 Blutkonserven nicht 3 Liter und das auf einer Intensivstation!! Die Intensivstation machte wirklich einen tollen Eindruck, alles ganz neu, zentrale Monitorüberwachung etc. Aber wenn dies dazu führt, dass ein solch gravierende Blutung übersehen wird! Vielen Dank an die linkrheinischen Kollegen!!
Viele Grüße
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14.10.2009, 09:16 Uhr
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Hallo Herr. Dr. Magnusson,

wie muss ich mir diese schleichende Blutung vorstellen. Es gibt ja eigentlich zwei Möglichkeiten. Entweder wurde das Gefäß bei der Punktion verletzt, oder der Verschluss hat sich gelöst. Die Punktion war um ca. 21.00 Uhr und um ca. 07:00 Uhr ist der Kreislauf zusammen gebrochen. Kann es nicht auch theoretisch sein, dass sich der Verschluss erst morgens z.B. um 05:00 / 06:00 Uhr gelöst hat und meine Mutter daraufhin in 1 - 2 Stunden 2 - 3 Liter Blut eingeblutet hat? Als ich um 10:00 Uhr in der Intensivstation eintraf, war das gesamte Bein bis runter zu den Zehen sehr stark geschwollen.

Ich denke auch, dass sie das Hämatom in ca. sechs Monaten zurückbilden wird, dass Problem ist halt nur, dass meine fast 80jährige Mutter vorher schon sehr unsicher gelaufen ist. Von daher gehe ich im Moment leider davon aus, dass sie einige Monate nicht mehr laufen kann.

Vielen Dank für Ihre Mühe!!

Viele Grüße aus NE ;-)

Karl-Heinz

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14.10.2009, 10:34 Uhr
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Es gibt in der Tat eine Menge Erklärliches und auch Fragwürdiges in der von Ihnen beschriebenen Situation. Leider ist es immer sehr schwierig, sich von außen (und dann auch noch über das Internet) eine echte, objektive Meinung zu bilden. Äußern Sie bitte Ihre Kritik an die Ärzte auf der Intensivstation, ich gehe mal davon aus, dass Ihre Zweifel verstanden werden.
Lieben Gruß und viel Erfolg
km
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14.10.2009, 10:53 Uhr
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Guten Morgen Herr. Dr. Magnusson,

vielen vielen Dank für diesen Hinweis!

Einen Tag nach dieser Komplikation habe ich eine Ärztin der Intensivstation gefragt, ob meine Mutter nicht nach der Intensivstation in das Horst Schlemer Heimatkrankenhaus ;-) verlegt werden kann.

"Nein, dass haben wir vermasselt und daher wird sie hier weiter behandelt und nicht verlegt...."

Vielen Dank für Ihre Mühe und ein ganz dickes Lob an die Betreiber dieser Seite und Ärzte, die sich die Zeit nehmen, so toll auf die Fragen einzugehen!!!

Viele Grüße

Karl-Heinz