Kardiologischer Befund..ihre Meinung!!!!

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14.03.2007 | 15:16 Uhr

Hallo und guten Tag!!
Ich ( 25 jahre, m, NR, 190cm , 110kg) hab heute meine Befunde vom Kardiologen aus dem Krankenhaus bekommen und wollte diese mal hier reinstellen, um eine zweite Meinung einzuholen. Ist ein bisschen mehr..ich hoffe das ist nicht allzuschlimm??
Anamnese: Seit ca. 3 Wochen beklagt der Pat. ein Herzstolpern, Tageszeiten unabhängig, belastungsunabhängig. Inges. deutliche Nervosität und Besorgnis über eine schwerwiegende Erkrankung. Keine AP , keine Dyspnose, keine Synkope, kein Schwindel, keine Herzinsuffizienzzeichen.
Derzeitige Medikation: keine, familiäre Belastung: Mutter und Onkel mit Bluthochdruckerkrankung
Körperlicher Untersuchungsbefund: Pat. in gutem Allgemeinzustand und Ernährungszustand. Arrhythmischer Puls, normfrequent von 72/min, keine pathologischen Geräusche, Herztöne rein, Blutdruck am rechten Arm 160/110 mm HG.
EKG: SR, S1/S2/S3-Typ, inkompletter Rechtsschenkelblock.Regelmäßiger Bigeminus mit monomorphen Extrasystolen ( LSB,RT). Keine Endstreckenveränderungen.
Transthorale Echokardiographie vom 15.2.2007: Linker Ventrikel leicht vergrössert( LVedD 62mm, LVesD 37mm), linker Vorhof grenzwertig groß. Rechter Vorhof und Ventrikel und Aortawurzel normal groß. Normale linksventrikuläre Myokarddicke. Gute linksventrikuläre Funktion ohne regionale Wandbewegungsstörungen.Regelrechte diastolische LV-Funktion. Herzklappen morphologisch und vom Bewegungsmuster unauffällig.Keine Klappeninsuffizienzen.Kein Perikardererguß. Beurteilung: Leichte Vergrößerung des linken Ventrikels, sonst echokardiographischer Normalbefund.
Ergospirometrie vom 28.2.2007: Belastung gemäß Rampe von 20 Watt/min bis zu einer maximalen Belastung von 225 Watt. Dabei Anstieg der HF von 95 auf 169/min( 86% des Soll) und des Blutdrucks von 149/11 auf 200/106 mm Hg.Abbruch wegen allgemeiner Ermüdung.Keine AP, keine Dyspnoe.Elektrokardiographisch keine signifikanten Endstreckenveränderungen. Auftreten von vermehrten Extrasystolen und anschl. ventrikulären Salven( bis 12 Schläge) unter mittlerer Belastungsstufe, unter max.Belastung keine Extrasystolie, keine ventrikulären Salven.In der Nachbelastungsphase ventrikulärer Bigeminus. Spirometrische Parameter: Inspiratorische Vitalkapazität 6,0 Liter(96% des Soll), FEV1 5,7 Liter(115% des Soll), FEV1/VCmax 88%(106% des Soll). Parameter des Gasaustausches: Max.Sauerstoffaufnahme 2607 ml/min (69% des Soll); 24,8 ml/min/kg. Atemreserve 58%, Atemfrequenz 31/min, O2-Puls 15,9 ml(71% des Soll), VDE/VT 20%. Die anaerobe Schwelle wird bei 155 Watt, HF 151/min erreicht und beträgt 1877ml/min
Beurteilung: Erniedrigte max. Sauerstoffaufnahme und erniedrigter O2-Puls wie bei einem Trainingsmangel, ventrikuläre Salven unter Belastung. Befund vereinbar mit einer beginnenden Kardiomyopathie.
Zusammenfassende Beurteilung: Herr F. 25 Jahre, stellt sich hier mit subjektiven Herzpalpitationen vor. Inges. deutliche Nervosität und Unruhe, am ehesten aus Angst vor einer bedeutsamen Herzerkrankung.Echokardiographisch findet sich ein leicht vergrößerter linker Ventrikel bis 62mm bei im übrigen Normalbefund. Elektrokardiographisch fällt ein regelmäßiger ventrikulärer Bigeminus auf. In der hiesigen Ergometrie unter Belastung vermehrte ventrikuläre Extrasystolen und Auftreten von nicht anhaltenen ventrikulären Salven.Dabei gute Belastbarkeit bis 225 Watt.In der Ergospirometrie verminderte Sauerstoffaufnahme und eingeschränkter O2-Puls, im übrigen normaler Befund.Auffällig hier erhöhte Blutdruckwerte in Ruhe und unter Belastung. Zusammennfassend ist der Befund vereinbar mit einer hypertensiven Herzerkrankung, weswegen wir eine 24 Stunden RR-Messung empfehlen.Eine Therapie mit einem Betablocker, z.B Nebivolol 5mg täglich sollte eingeleitet werden, mit einschleichender Dosierung, z.B 2,5 mg täglich über 1 bis 2 wochen, dann 5 mg täglich. Zur weiteren Verlaufskontrolle bitten wir sie uns Herrn F, in ca.6 Monaten erneut vorzustellen. Bis zur Beurteilung der Verlaufskontrolle sollte der Pat. sich körperliche nur bis mittelgradig belasten und höhergradige körperliche Belastungen meiden.
Hier noch mein LZ-EKG Befund: Durchgehend Sinusrythmus, Frequenzen zwischen 45 und 128, vereinzelnt supraventrikuläre Extrasystolen, eine Form ventrikuläre Extrasystolen mehrmals auch bigeminiformer Kopplung, drei registriete Couplets, keine Salven, keine tachycarden Phasen, keine Pausen.
Ich habe auch heute meine Ergebnisse vom 24h Blutdruck bekommen, nur leider nicht dabei, aber der Arzt meine nen durchnitsswert von 127/77..also ok!! Sorry das ich da oben nun alles genau hingeschrieben habe, aber ich wollte mir auf diesem wege halt ne zweite meinung anhören bzw erfahren wie schlimm der kardiologische befund ist und ob sowas wieder reparierbar ist??
Herzlichen dank..ihr Samuel.F

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Bisherige Antworten
Dr. Sabine Schulz
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14.03.2007, 16:25 Uhr
Antwort von Dr. Sabine Schulz
Hallo Samuel,
ein schwerwiegender kardiologischer Befund liegt keinesfalls vor, lediglich ist ja die linke Herzkammer leicht vergrößert (vorausgesetzt der Blutdruck ist tatsächlich in Ordnung).Das könnte auf eine beginnende Herzschwäche hindeuten, so was läßt sich in der Regel gut behandeln, z,B. mittels einem ACE-Hemmer. Dann stehen die Chancen sehr gut, daß sich bei der Kontrolluntersuchung in 1/2 Jahr die Herzvergrößerung zurückgebildet hat,
Gruß
Dr Schulz
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14.03.2007, 16:38 Uhr
Kommentar
Vielen dank erstmal für die schnelle antwort...mir wurde ja lediglich Nebilet 5mg verschrieben, was ja eigentlich gegen den Blutdruck sein soll, obwohl dieser ja laut aktueller 24 Std Messung i.o scheint, sagte mir zumindest mein Hausarzt.
Ich nehme zur zeit noch eine halbe pro Tag und soll ja dann steigern auf 1 pro tag. Soll ich das nochmal sofort bei meinem Arzt ansprechen bezüglich des ACE Hemmers oder ist die Therapie mit Nebilet schon i.o??
Gruss Samuel
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14.03.2007, 17:29 Uhr
Kommentar von Dr. Sabine Schulz
Hallo Samuel,
würde ich nochmal ansprechen, halte einen ACE-Hemmer für geigneter!
Gruß
Dr Schulz
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18.03.2007, 14:10 Uhr
Kommentar
Hallo nochmal..hab noch ne abschliesend Frage.
Kann man bei den Untersuchen, die bei mir unternommen wurden( siehe erster Beitrag Kardiologischer Befund), auch festellen ob ein Problem mit den Herzkranzgefäßen bzw ob schon ein gewisser Grad der Verkalkung vorliegt? Oder kann man sowas nur durch eine Katheteruntersuchung diagnostizieren? Würd mich sehr Intressieren..
Gruss Samuel
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18.03.2007, 19:03 Uhr
Kommentar von Dr. Sabine Schulz
Hallo Samuel,
könnte man durch eine Katheteruntersuchung oder - eingeschränkt- durch ein CT feststellen,
Gruß
Dr Schulz