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Arteriosklerose mit 25?

Kategorie: Archiv Expertenräte Herzberatung » Herz | Expertenfrage

14.11.2009 | 19:30 Uhr
sehr geehrte damen und herren,
ich bin inzwischen 25 jahre alt und habe bis jezt wirklich äußerst ungesund gelebt. an langzeitfolgen habe ich insofern nicht gedacht, als ich der meinung war, dass unter 30-35 noch "alle" sünden verziehen werden und es erst danach wirklich wichtig wird, sich gesund zu ernähren etc.
konkret geht es um folgendes: ich habe seit ca 10 jahren übergewicht (rund 115kg bei 1,84cm), bewege mich berufsbedingt praktisch überhaupt nicht, bin raucher (mal mehr mal weniger) und habe - auch erblich bedingt - (ebenfalls seit ca 10 jahren) besorgniserregend hohe cholesterin- und trygliceridwerte (gesamtchol. praktisch immer über 300; aktueller wert: 337; trygliceridw: 335).
ich habe keine ahnung wieso ich nicht schon früher den anweisungen meines arztes folge geleistet habe, aber irgendwie habe ich die "lebensumstellung" immer weiter hinausgezögert. jetzt habe ich extreme panik, dass ich schon mitten in der arteriosklerose stecke!?
nun meine fragen an sie:
- ist es bei meinen eckdaten trotz meines rel jungen alters schon höchstwahrscheinlich, dass ich eine (fortgeschrittene) arteriosklerose habe oder ist es trotz dieser katastrophalen eckdaten so, dass sich eine arteriosklerose erst in späteren lebensabschnitten bildet!? was sind dahingehende erfahrungswerte?
- welche untersuchungsmethode wäre in meinem fall angezeigt? doppler-sono? mrt? ct?
- habe ich durch mein junges alter noch gute chancen, mit einer radikalen umstellung meines lebens (gesundes essen, viel sport, nicht mehr rauchen) eine potenzielle arteriosklerose wieder rückgängig zu machen?
mir ist klar, dass sie mir keine präzisen antworten auf mich bezogen geben können, aber ich wäre ihnen äußerst dankbar für ein paar generelle erfahrungsberichte im zusammenhang junges alter, schlechter lebenswandel und arteriosklerose ...
vielen herzlichen dank!

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15.11.2009, 15:13 Uhr
Antwort
Hallo Johannes,
1. ja, bei den Fettwerten und Rauchen kann es sein, dass Sie auch jetzt schon an einer Arteriosklerose leiden.
2. Blutfette, Belastungs-EKG und Duplexsonografie der Halsschlagadern.
3. eine Arteriosklerose ist nicht rückgängig zu machen, man kann nur eine weitere Progression verlangsamen.
4. Definitiv: Rauchen einstellen (absolut, nicht weniger!), Blutfett senkende Medikamente nehmen, Sport treiben (mindestens zwei Mal pro Woche mindestens 40 Minuten, Salat und Obst, weniger Fleisch), einmal im Jahr zum Arzt.
Lieben Gruß
km
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15.11.2009, 15:23 Uhr
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besten dank für die antwort.
eine ergänzende frage hätte ich allerdings noch: sollte es wirklich so sein, dass ich schon das krankheitsbild einer arteriosklerose aufweise, könnte es sich trotz meines alters dann wirklich auch schon um eine "ausgeprägte" erscheinung handeln oder ist zumindest eine starke ausprägung eher unwahrscheinlich?
vielen dank!
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15.11.2009, 17:45 Uhr
Kommentar von Dr. Sabine Schulz
Hallo!
Eine starke Auspraegung ist eher unwahrscheinich, laesst sich aber ohne Untersuchng nicht ausschliessen,
Gruss
Dr Schulz
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16.11.2009, 17:55 Uhr
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erstmals vielen dank für die bisherigen antworten.
ein letztes mal würde ich sie aber gerne noch bitten, mir eine frage zu beantworten. ich war heute bei meinem hausarzt, welcher mit mir ein ekg im liegen gemacht hat (angeblich war etwas "zu hoch" - wohl der puls,- was sagt das aus?), mir Simvastatin verschrieben hat und mir zu einer gesünderen ernährung und mehr sport geraten hat. untersuchen, in wie weit die gefäße möglicherweise schon geschädigt sind, könne man nicht!? entspricht dies wirklich der wahrheit?
obendrein habe ich einen blutbefund von vor 2 jahren gefunden (dies war die einzige zeit in welcher ich "kurzfristig" für ca 1 jahr "top fit" gewesen bin - gesunde ernährung, sport und normalgewicht). meine damaligen werte: gesamtchol.: 240; ldl 150; hdl 62
ich sagte meinem hausarzt, dass ich es somit aus eigener kraft auf diese werte schaffen würde, aber er meinte, das wäre zu wenig (insbs hdl mit 150 zu hoch) und ich müsse mich wohl darauf einstellen, bis ans ende meines lebens nicht mehr ohne cholesterinsenker auszukommen. würden sie dem ebenfalls zustimmen oder könnte ich mit oben genannten werten (ich gehe davon aus, dass ich diese in 2-3 monaten sicherlich wieder erreichen kann) auch ohne cholesterinsenker (insbs lebenslang) ein weitgehend "risikoloses" leben führen?
vielen dank noch einmal und bitte entschuldigen sie das oftmalige nachfragen, aber ich bin zur zeit wirklich sehr verunsichert!
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16.11.2009, 18:13 Uhr
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die Untersuchungsfrage hatte ich schon geklärt, auch die Frage nach einem "risikoarmen" Leben. s.o.
Lieben Gruß
km
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16.11.2009, 18:21 Uhr
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vielen dank,- was ich nur wissen wollte war, ob sie diese untersuchungen auch für nötig erachten würden, da mir heute bei meinem arzt gesagt wurde es wäre nicht notwendig (bzw es gäbe nichts) ...
und mir wäre ihre meinung wichtig, ob bei den "erreichbaren" werten (ges: 240, ldl: 150, hdl: 62) trotzdem eine zusätzliche lebenslange medikamentöse therapie angezeigt wäre, oder ob derartige werte in meiner situation ausreichen ...
allerbesten dank!
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16.11.2009, 18:38 Uhr
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lassen sie die Halsschlagader untersuchen...
Lieben Gruß
km