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Vorhofflimmern oder Insuffizienz, Vorgehensweise

Kategorie: Herzberatung » Expertenrat Herz | Expertenfrage

08.11.2020 | 21:28 Uhr

Liebes Expertenteam,

ich beziehe mich auf meine Frage zum gleichen Thema vom 07.10.2020 | 21:21 Uhr | Von ReinhardWo. Leider habe ich nicht gefunden, wie ich auf Ihre Antwort wiederum antworten kann.

Zunächst einmal ganz vielen Dank für die hervorragende und ausführlichen Erklärungen.

Mein Schwiegervater nimmt nun die vom Kardiologen verordneten Medikamente 

- Eliquis 5 mg (m 1 - m 0 - a 1)

Vor 2 Tagen war er nun beim Kardiologen. Leider konnten wir nicht dabei sein. Mein Schwiegervater berichtet weiter von Vorhofflimmern. Wir sind aber nicht sicher, ob er die Diagnose beim Arzt richtig mitbekommen hat.
-  Eliquis
- Nebivolol 5 mg ( morgens eine halbe)
- Torasemid 29 mg ( morgens eine halbe)
seit nunmehr fast 5 Wochen.

Das Wasser in Lunge, Bauchraum und Beinen ist weniger geworden. Es geht ihm auch etwas besser. Die Luftnot ist weniger geworden, so dass er nachts gut schlafen kann. Aber wenn er eine Wegstrecke von ca. 100 m, die leicht bergauf führt, geht, muss er dreimal atemlos stehen bleiben.

Bis vor wenigen Monaten war er ja superfit, machte 4-stündige Radtouren. Nun das.

Der Kardiologe macht diese Woche noch ein Langzeit-EKG, möchte meinem Schwiegervater, der Kassenpatient, aber erst im Februar 2021 wieder ein Gespräch anbieten, vorher nicht! Ansonsten nur Arztbrief an die Hausärtzin.

Die Hausärztin sagt auf unsere Frage nach weiteren Untersuchungen, Herzkatheter,...., dass sie einen stationären Krankenhausaufenthalt meines Schwiegervaters in der jetzigen Corona-Phase ablehenn würde und dass die Medikamente schon noch besser wirken würden.

Aber mein Schwiegervater nimmt die Medikamente jetzt schon seit 5 Wochen. Da kann es doch durch die Medikamente jetzt nicht noch zu einer weiteren Besserung kommen?

Sollten wir denn auf einen Krankenhausauftenthalt jetzt drängen? Oder kann das auch bis zum Frühjahr warten, wenn Corona hoffentlich nicht mehr so ein Problem ist?

Was könnte bei einer Herzkatheteruntersuchung denn wirklich gemacht werden in Bezug auf die Beschwerden?
Da habe ich von einer Komplikationsquote von 17 % gelesen und mein Schwiegervater ist jetzt 86...

Oder muss er jetzt letztlich mit der Medikation und den Beschwerden so klar kommen...

Ich weiss, dass Sie keinen konkreten Ratschlag geben dürfen, aber für eine allg. Einschätzung der Situation wäre ich Ihnen dankbar.:HELP:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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10.11.2020, 19:50 Uhr
Antwort

Sorry, der Text

"Vor 2 Tagen war er nun beim Kardiologen. Leider konnten wir nicht dabei sein. Mein Schwiegervater berichtet weiter von Vorhofflimmern. Wir sind aber nicht sicher, ob er die Diagnose beim Arzt richtig mitbekommen hat."

hat sich oben so eingeschlichen und gehört nicht mit dazu.

Ich mache mir schon große Sorgen um meine Schwiegervater, vor allem weil die Medikamente zwar eine Besserung brachten, sodass er nun ohne Luftnot schlafen kann, aber keine weitere Besserung. An Spazieren Gehen z. b. ist nicht zu denken.

Und meine Schwiegermutter, sein Sohn, seine Tochter / meine Frau verstehen die Situation, so glaube ich, leider nicht. weil mein Schwiegervater noch nie krank war...........

 

 

 

 

 

 

 

 

Lifeline Gesundheitsteam
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11.11.2020, 22:42 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo ReinhardWo,

Die Situation ist jetzt tatsächlich sehr vertrackt. Vorneweg gesagt schließen wir uns Ihrem Kardiologen an, zur derzeitigen Situation würden wir von einem Herzkatheter klar abraten. Das Risiko durch den Eingriff selbst ist sicherlich vorhanden, hinzu kommt die Gefahr einer Coronainfektion.
Letztlich ist es tatsächlich sinnvoll, den Medikamenten noch eine Chance zu geben. Natürlich sind 5 Wochen bereits sehr lange und die meisten Medikamente haben damit schon eine gute Zeit gehabt, zu wirken. Gleichzeitig gilt es aber noch, Folgendes zu beachten. Der Betablocker Nebivolol hat die Aufgabe, das Herz zu entlasten. Dafür hemmt er die Wirkung von Adrenalin am Herzen. Normalerweise soll Adrenalin dem Herz mitteilen, dass es schneller und fester schlagen soll, wenn der Bedarf besteht. Dies gilt nicht nur in ausgesprochenen Stresssituationen sondern bei jeder Form von auch leichter körperlicher Anstrengung. Das Herz wird also grundsätzlich etwas "gedrosselt". Dadurch kann sich Ihr Schwiegervater nicht mehr so leistungsfähig fühlen.
Trotzdem, das Medikament sollte nicht abgesetzt werden, da der Nutzen bei den bestehenden Vorerkrankungen überwiegt. Vielmehr muss jetzt abgewartet werden, bis sich das Herz selbst an diese "Drosselung" gewohnt hat, der Herzmuskel also etwas wächst und sich anpasst. Das kann länger dauern, gegebenenfalls auch Monate. Insofern hat der Kardiologe doch auch Recht, ein weiteres Abwarten kann noch weitere Besserung bringen. Warten wäre also auf jeden Fall angebracht. Weitere Untersuchungen, um den Verlauf zu kontrollieren, können aber natürlich trotzdem stattfinden.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit weiterhelfen. Sollten sich weitere Fragen ergeben, sind wir natürlich gerne wieder für Sie da - Ihr Lifeline Gesundheitsteam