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VES/SVES/Synkope

Kategorie: Herzberatung » Expertenrat Herz | Expertenfrage

22.09.2019 | 12:13 Uhr

Hallo liebes Forum, ich möchte mich kurz vorstellen.

Ich bin männlich 26 Jahre alt, 180 cm groß, 85 kg leicht und eigentlich begeistertet Sportler.

Alles fing vor gut 3 Jahren an, vereinzelte Extraschläge - haben mich nicht wirklich beunruhigt.
Ich bin zu dieser Zeit 4x die Woche ins Krafttraining gegangen - sehr streng und diszipliniert, äquivalent dazu sah meine Ernährung aus. Sehr eiweißhaltig/kohlenhydrathaltig, geringe Fettmengen.

Man kann sagen - komplett austrainiert. Ich arbeitete als Krankenpfleger und das nicht zu knapp - mittlerweile nicht mehr.

Seit dem letzten Jahr sind die Extrasystolen immer massiver geworden - ich besuchte einen Internisten, EKG/LZ EKG erfolgten, die Auswertung: sie haben nichts.
Okay, du spinnst einfach dachte ich. Ich lebte einfach weiter vor mich hin, versuchte mit den Extrasystolen zu leben.

Im Sommer plante ich eine große Radtour, von München nach Hamburg, mehrere Tage.
Die Extrasystolen wurden am 3. Tag so stark, dass ich vom Fahrrad gefallen bin und ins Krankenhaus gebracht wurde.
Aufgrund negativer T - Wellen und irgendwelchen "lang gezogenen Komplexen" wurde ein Herzecho durchgeführt und ich landete auf Intensiv.
Am nächsten Tag durfte ich wieder gehen - der OA meinte, ich wäre gesund.
Die Tour habe ich selber nach dem 4. Tag abgebrochen, abends im Zelt sind meine Extrasystolen regelrecht explodiert.

Weitere 2,3 Monate vergingen, ich war daheim, normaler Morgen - Sport läuft schon lange so gut wie gar nicht mehr oder auf Sparflamme.
Ich will die Wohnung verlassen, beim Herausgehen traf es mich - wie eine Salve - gefühlt endlose Extrasystolen. Mir wurde schwindlig, ich bekam keine Luft mehr und ging zu Boden.
Ich kam ins Krankenhaus, von der Notaufnahme kam ich direkt auf Station - aufgrund neg. T - Wellen im MRT und der beschriebenen Symptomatik.
EKG/LZ EKG Herz Echo, das volle Programm. Immer wieder dasselbe, die T Welle und irgendwelche langgezogene Komplexe sind den Medizinern aufgefallen.

Ich wurde entlassen - im Befund steht etwas von verdacht auf premature atrial contractions.

Ein Herz MRT erfolgte letzte Woche, "rufen sie in 10 bis 14 Tagen an wenn wir uns nicht melden", sagte mir eine Dokotorin nachdem ich fragte wie es weiter gehen soll.

Die Extrasystolen hab ich mittlerweile alle 5 - 10 Minuten, ich habe einfach nur noch Angst und keine Ahnung wie ich mich zu verhalten habe.
Wie gesagt, die Befundung vom Stress - MRT steht noch aus, mittlerweile dreht sich bei mir alles um diese ES - was den Zustand keineswegs verbessert.

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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29.09.2019, 20:49 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Faden,

wir können Ihnen lediglich raten, die Befunde tatsächlich abzuwarten.
Dass diese Extrasystolen oder anderen Auffälligkeiten in diversen Untersuchungen nicht gefunden werden konnten, deutet natürlich darauf hin, dass es sich nicht einfach nur um eine Lapalie handelt, die leicht zu behandeln ist. Offensichtlich scheinen aus unbekannten Gründen sich die Vorhöfe vorzeitig zu kontrahieren. Dabei liegt meistens sozusagen ein zweiter Schrittmacher vor, der neben dem regulären Sinusknoten besteht. Kann dieser gefunden werden, kann er mittels Herzkatheter hoffentlich behandelt und verödet werden.
Allerdings können wir diese Diagnose ohne Untersuchung nicht stellen und uns nur auf den von Ihnen beschriebenen Text (premature atrial contractions) berufen. Insofern wird es die Befunde die noch ausständig sind, brauchen, um etwas genauer klären zu können.
Bei weiteren Fragen sind wir natürlich gerne wieder für Sie da!

Wir hoffen, wir konnten Ihnen etwas weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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03.12.2019, 21:38 Uhr
Kommentar

Es ist einiges an Zeit und Diagnostik vergangen und ich möchte mich nochmal melden.

Meine EKG´s bleiben auffällig, mit der Besonderheit das sich die T - neg. ständig verändern.

Mal habe ich gar keine, mal wechseln sie zwischen V3-V6, dann V2-V4 usw usw.

Bei mir lief nun sämtliche Diagnostik:

Echo/Kardio-MRT/Kardio CT/Ajmalin Test/EPU (2x sogar) sowie ein Gentest für ein Long QT syndrom -> alles negativ, nicht mal im Ansatz Auffälligkeiten.

Ich wurde entlassen - herzgesund ...

Nun habe ich jedoch 1 Problem, ich habe keine Antwort.

Die Probleme bleiben, nicht belastbar, Rhythmusstörung, Termin für die Kardiopsychologie steht im nächsten Jahr.

Ich hatte 1 Jahr bevor diese ganze Sache so extrem aufgetreten ist enorme Schicksalsschläge, ein Arzt meinte zu mir das EKG - Veränderungen und funktionelle Beschwerden durchaus dadurch entstehen können...

Was denken Sie ?

Lifeline Gesundheitsteam
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05.12.2019, 22:23 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Faden,

in Anbetracht aller negativen Befunde scheint es sehr unwahrscheinlich nahezu unmöglich, dass eine elektrophysiologische Störung vorliegt. Gerade in einer der 2 EPUs hätte es irgendwelche Auffälligkeiten geben müssen.
Insofern bleiben psychologische, also funktionelle Ursachen als wahrscheinlichsten bestehen. Ihr Arzt hat aus unserer Sicht durchaus Recht mit seiner Einschätzung, dass Schicksalsschläge so etwas verursache können. Herzgesund scheinen Sie auf jeden Fall tatsächlich.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen nochmals weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam