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Ständiges Herzstolpern

Kategorie: Herzberatung » Expertenrat Herz | Expertenfrage

19.06.2020 | 19:22 Uhr

Mein Mann ist vor ein paar Wochen schwer erkrankt. Zu dem Zeitpunkt fing es an: gelegentliches Herzstolpern, für wenige Sekunden vielleicht fünfmal am Tag. Meinem Mann geht es wieder gut, mein Herzstolpern wird immer schlimmer. Seit einer Woche etwa habe ich im Schnitt alle 2 Minuten Aussetzer. Puls ist normal. Es kommen ein paar Pulsschläge, dann eine Sekunde Aussetzer, dann 2 - 3 kräftige Schläge. Das geht den ganzen Tag so, abends im Bett noch schlimmer. Muss dazu sagen, dass ich seit etwa 20 Jahren an generalisierter Angst leide. Herzstolpern als Symptom hatte ich dabei aber bisher noch nie. Mein Blutdruck ist normal. Ich bin 52 Jahre alt.

Aus Angst vor dem ständigen Stolpern war ich in dieser Woche zweimal beim Hausarzt. Beide Male wurde ein EKG geschrieben. Beide Male hatte ich zur Zeit des EKG-Schreibens dummerweise kaum Stolperer. EKG war dementsprechend unauffällig. Kaum war ich aus der Praxis, ging es wieder los.

Mein Hausarzt hält weitere Untersuchungen nach den EKG's nicht für notwendig, obwohl ich ihm gesagt habe, dass ich dieses Herzstolpern andauernd habe. Er ist der Meinung, das dies nur psychische Gründe hat bzw. Stress ist und hat mir einen leichten Betablocker verschrieben.

Meine Frage ist nun: Sollte ich auf weiteren Untersuchungen bestehen, zum Beispiel Langzeit EKG? Wie kann mein Hausarzt nur an einem Ruhe-EKG ablesen, dass das Herzstolpern nicht gefährlich bzw. behandlungsbedürftig ist? 

Ich habe große Angst, schwer herzkrank zu sein. Können Sie mich dahingehend etwas beruhigen?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

 

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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21.06.2020, 11:06 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo gollum1101,

wir können natürlich ohne Untersuchung keine Diagnose stellen und es kann natürlich sein, dass Sie unter einer Herzkrankheit leiden. Allerdings ist es eher unwahscheinlich, dass diese "sehr schlimm" ist und es sieht zumindest so aus, als sei sie gut behandelbar.
Sie haben natürlich Recht, Extraherzschläge kann man nicht beurteilen, wenn man sie im EKG nicht sieht. Ein Langzeit-EKG kann insofern sicherlich sinnvoll sein, vor allem in Verbindung mit einer Angsterkrankung.
Es ist aber tatsächlich davon auszugehen, dass es sich um eine psychische Ursache handelt. Gerade dann könnte ein Betablocker helfen. Im Rahmen der Angsterkrankung würde es Ihnen aber sicherlich helfen zu wissen, dass keine gefährlichen Veränderungen vorliegen. Wie gesagt aber, davon ist auszugehen, auch wenn wir das natürlich ohne Untersuchung nicht sicher sagen können.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam