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Seit Monaten Schwindel und Bewusstseinsstörungen

Kategorie: Herzberatung » Expertenrat Herz | Expertenfrage

08.02.2020 | 20:09 Uhr

Hallo.

Ich bin 23 Jahre, männlich, trinke keinen Alkohol, rauche nicht und betreibe normalerweise 4 mal die Woche Sport. Letztes Jahr im November habe ich plötzlich angefangen mich seltsam Abgeschlagen, Müde und Schwindelig zu fühlen. Ich bin davon ausgegangen erkältet zu sein und habe mich erstmal für ein paar Wochen geschont. Die Symptome gingen jedoch einfach nicht weg und halten bis heute an. Ich fühle mich schon nach dem Aufstehen müde und habe das Gefühl den ganzen Tag nicht richtig wach zu werden. Schwindel und ein allgemeines Unwohlgefühl sind allgegenwärtig. Einmal bin ich einmal ohne erkennbaren Grund ohnmächtig geworden und umgefallen. Da mir so etwas noch nie passiert ist hat mir das natürlich ziemlich Angst gemacht und ich bin ins Krankenhaus, die Ärzte dort konnten jedoch bis auf einen recht niedrigen Blutdruck von ca. 100/50  und einem sehr unregelmäßigen Herzschlag nichts feststellen. 

Da ich vor zwei Jahren mal auf Grund einer vermuteten Myokarditis (die Diagnose konnte jedoch nicht durch ein MRT gesichert werden) in Behandlung war bin ich natürlich voller Sorge zu einem Facharzt gegangen. Das Echo war unauffällig, jedoch war das Langzeit EKG wohl für jemandem in meinem Alter recht schlecht, wenn auch nicht krankhaft, mit einem durchschnittlichen Puls von 85 und Tachykardien mit ca. 140 BPM, welche grundlos auftauchten, u.a. während ich ruhig in der Vorlesung saß. Auch VES und SVES kommen recht häufig vor, aber wohl in einem unbedenklichem Rahmen.  Auch die Troponin Werte und das C-Reaktive Protein wurden getestet und waren unaufällig. Auch die anderen Blutwerte (mit Schilddrüse) waren allesamt sehr gut. Ich wurde auch auf Pfeifferisches Drüsenfieber getestet, die Werte hier waren negativ. Ich war auch beim Lungenfacharzt und habe eine Lungenleistung über 100%. Anscheinend bin ich also Kerngesund, fühle mich nur überhaupt nicht so.

Der Facharzt hat mir empfohlen wieder leicht mit Sport zu beginnen. Das habe ich auch gemacht und beim Sport selber fühle ich mich immer gut, der Puls geht nicht übermäßig in die Höhe und ich bekomme keine Atmennot. Jedoch bin ich die Tage darauf entsetzlich müde und matt, so dass ich zwischen verschiedenen Sporteinheiten einige Tage Pause einlegen muss.

Was mich auch wundert ist das mein Ruhepuls generell sich im Liegen bei ca. 60-70 BPM befindet, im Stehen jedoch nie unter 100 BPM kommt. Ich brauche nur stramm zu gehen und mein Puls ist fast bei 130, während der Puls beim Sport bei mittleren Belastungen trotzdem nicht über 150 geht. Ich nehme jetzt seit 3 Wochen und seit ich wieder Sport mache leicht dosierte Betablocker, merke jedoch wenn überhaupt nur einen minimale Senkung des Pulses.

Einerseids möchte ich jetzt nicht ständig zum Arzt rennen wenn anscheinend keine Erkrankung vorliegt. Aber die Beschwerden kamen so plötzlich und schränken mich schon recht stark ein, und da ich vorher sehr fit war und mich immer gut gefühlt habe und sowohl meine allgemeine Lebensqualität als auch das Studium unter den Symptomen leiden hab ich Schwierigkeiten damit einfach hinzunehmen das nichts vorliegt. Außerdem fühlt es sich ziemlich genauso an wie bei meiner vermuteten Mykarditis, und ich habe Angst mir durch Sport weiteren Schaden hinzuzufügen. Und man liest ja recht häufig das bei einer Myokarditis EKG und Echo manchmal unaufällig sind. Aber ich möchte natürlich auch nicht zum Hypochonder werden welcher sich selbst für krank hält und die Arztpraxen blockiert.

Meine Frage daher: Kann es passieren dass das Herz einfach anfängt zu spinnen ohne dass eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt / kann man auf Grund der Testergebnisse eine Mykarditis ziemlich sicher ausschließen? Oder würden Sie mir empfehlen doch noch mehr Meinungen von verschiedenen Ärzten einzuholen und evtl auf ein MRT zu bestehen?

 

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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12.02.2020, 23:50 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo alpa,

wir können natürlich ohne Untersuchung keine Diagnose stellen. Allerdings gibt es häufiger Myokarditiden, die sich klinisch nicht feststellen lassen. Auch im MRT muss es dann nicht unbedingt sichtbar sein.
Für eine bessere Einschätzung wären sicherlich Vergleichswerte gut, also wie war der Blutdruck und der Puls vorher. Waren die Werte vorher viel besser, kann eine weitere Schonung sonst auch indiziert sein. 
Alternativ könnte es sich auch um ein "Übertraining" handeln.
Wir dürfen auch keine Therapieempfehlung geben, im Moment deutet aber vieles darauf hin, dass Sie sich länger schonen werden müssen. Bei den an sich unauffälligen Werten gibt es leider therapeutisch kaum Möglihckeiten.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen trotzdem weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam