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Potentielle Gefäßerkrankung?

Kategorie: Herzberatung » Expertenrat Herz | Expertenfrage

12.12.2020 | 20:04 Uhr

Hallo liebes Expertenteam,

ich bin 42 Jahre und habe seit ca. 3 Jahren ein seltsames Phänomen. Alle 4-6 Wochen schwillt meine linke Schläfenarterie stark an und ich fühle mich allgemein schlecht. D.h. ich habe ein leichtes Gefühl von Übelkeit, das Atmen fällt mir etwas schwerer, habe ein beklommenes Gefühl und leichte Schmerzen an der Schläfe und im Rücken. Also ein seltsamer Allgemeinzustand. Ich habe inzwischen ausgehend von 73kg auf 66kg abgenommen. Hauptsächlich Muskeln. Blutuntersuchungen ergaben schon mehrmals erhöhte CK werte (~500).

Als es vor Jahren begonnen hat kam die Ader nur ein bisschen heraus und nur ein kleiner Teil der Ader. Mit der Zeit wurde es immer deutlicher und größer. Inzwischen schwillt diese vom Haaransatz bis hinunter zum Ohr dick an. Nach ca. 3-4 Tagen ist sie dann wieder verschwunden (sprich nicht mehr sichtbar und die Schläfe ist schön glatt). Auch die anderen Symptome lassen dan nach.

Hier können sie ein Foto von meiner Schläfe sehen (Ich hoffe der Link funktioniert: 

https://www.dropbox.com/s/c6fqxxl9qukj6mk/Schlaefenarterie.JPG?dl=0

 

Ich habe darüber hinaus immer wieder Herzstolperer. Unabhängig von der Ader, aber ist vielleicht relevant. Im EkG haben wir diese leider noch nicht erwischt, weil sie auch nur sporadisch auftreten.

Ich war schon bei diversen Ärtzen. u.a. bei der Neurologie und Angiologie. Leider dann immer im "Normalzustand" da ich das Anschwellen der Arterie nicht mit einem Termin (als Kassenpatient ja nicht leicht sofort zu bekommen) timen kann... Arteritis Temporalis wurde per Ultraschall ausgeschlossen und in einem MRT war auch nichts zu sehen. Die Ader pulsiert auch stark, sprich ich kann den Puls spüren.

Blutdruck und Puls sind OK. Im Schnitt BD: 125/70 Puls 70

Mich beeinträchtigt dieses Thema sehr und ich wäre um jeden Rat dankbar. Die Ärzte sind bei der Schilderung meines Falles auch immer Ratlos und konnten mir bisher keinen Hinweis geben, woher dies kommen kann bzw. was das ist. Geschweige denn, was ich tun kann... Ich habe auch noch keinen richtigen Auslöser gefunden. Meistens ist es so, dass ich ins Bett gehe und am nächsten Morgen mit diesen Problemen und der Ader aufwache. Und nach 3-4 Nächten wache ich wieder zum Normalzustand auf. 

Haben sie eine Idee, was das sein könnte? Oder an wen ich mich mit diesem Thema noch wenden kann? Dies schränkt mich sehr ein und ich komme mit meinen Ärzten leider nicht weiter.

Vielen Dank !

 

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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16.12.2020, 21:33 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Frank78,

leider können wir natürlich ohne eigene Untersuchung auch keine Diagnose stellen oder Therapieempfehlung geben, wir wollen aber natürlich gerne ein paar allgemeine Gedanken dazu geben.
Letztlich wäre der erste Verdacht, der sich ergibt tatsächlich die Arteriitis temporalis, die ja aber bereits ausgeschlossen wurde. Der Verlauf hierfür wäre insgesamt auch eher untypisch, Theoretisch könnte trotzdem noch eine Biopsie der Temporalarterie durchgeführt werden, um sicherer zu gehen. Allerdings sollte das dann während des Anfalles geschZusammenhang sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob er einen Behandlungsversuch im Anfall mit Cortison durchführen würde oder eher nicht. Das könnte die Entzündungshypothese bei Ansprechen nochmal untermauern.
Zur genaueren Abklärung könnten wir noch den Besuch in einer Universitätsklinik empfehlen, möglicherweise gibt es hier eine Spezialambulanz für Gefäßerkrankungen. Auch hierrüber sollten Sie mit Ihrem Hausarzt sprechen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit doch noch etwas weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam