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Normale Beschwerden nach EPU/Ablation?

Kategorie: Herzberatung » Expertenrat Herz | Expertenfrage

30.05.2020 | 11:16 Uhr

Hallo liebes Expertenteam,  

 

am Dienstag habe ich eine EPU und Ablation bekommen und meinem Herzen geht es wunderbar. Bin Mittwoch entlassen worden , mit den Worten alles sähe gut aus.Nur habe ich Probleme mit meiner Leiste. Lange Ruhezeiten verlaufen ohne Schmerzen aber das Laufen fällt etwas schwer und schmerzt. Rechts und Links wechseln sich dabei ab. Die Wunden sehen gut verheilt und trocken aus nur auf der rechten Seite, wo das Angio Seal angebracht wurde, nässt es etwas. Eine Vermutung wäre , dass sich der Schmerz durch mein Hirn verstärkt , da ich die Betäubung an der Einstichstelle bekam und das war es. Ergo die langen Kanülen waren für mich spürbar und es war eher ein traumatisches Ereignis und möglicherweise bin ich deswegen überempfindlich. Ich habe permanent das Gefühl als ob die langen Nadeln noch in mir stecken. Sedierung und Schmerzmittel bekam ich keine. 

Noch dazu hätte ich die Frage ob die Anwendung eines Angio Seals bei dieser Behandlung immer vorkommt ? Mir wurde nur die Karte mit der Information ausgehändigt,  wo oben steht ich hätte das jetzt 90 Tage mit mir zu führen. Habe nicht nachgefragt da ich dachte das bekommt jeder,  etwas Internetrecherche zeigt mir aber das Gegenteil, oder?  

Ausserdem lese ich das viele Thrombosespritzen bekommen oder Blutverdünner?  Ist das notwendig ? Weil auch das wurde nicht erwähnt.

 

Freue mich auf eine Antwort.

Mit freundlichen Grüssen 

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Lifeline Gesundheitsteam
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30.05.2020, 15:11 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo JG6767,

das Angio-Seal ist ein Produkt, das das ursprüngliche Vorgehen ersetzen soll. Früher wurde nach einer solchen Untersuchung ein Durkcverband aufgebracht, der für mehrere Stunden auf der Einstichstelle angebracht war. Zusätzlcih musste der Patient Bettruhe für mehrere Stunden einhalten. Nachblutungen oder Einblutungen konnten damit zwar recht gut soweit verhindert werden, dass ein erneuter Eingriff notwendig wurde, allerdings gab es trotzdem oft gößere "blaue Flecken" im Bereich. Das Angio-Seal soll das verhindern, indem es das Gefäß von Innen verschließt. Es gibt auch verschiedene vergleichbare Verfahren von anderen Herstellern.
So gut die Idee auch sein mag und so praktisch es auch ist, bringt es natürlich aber auch andere Nebenwirkungen mit sich. Beispielsweise kann es häufiger zu Thrombosen kommen, fälschlicherweise können kleinere Arterien dadurch aus Versehen ganz verschlossen werden, es kommt leichter zu Infektionen und andere. In Anbetracht dessen ist es meistens eine Abwägung der Klinik, ob sie ein Angio-Seal verwenden oder etwas anderes.
Das Siegel löst sich innerhalb von ca. 90 Tagen auf. Deshalb ist es wirklich wichtig, dass Sie den Pass mit sich tragen, da vermieden werden soll, dass beispielsweise durch eine weitere EPU das Angio-Seal in den Kreislauf gestoßen wird.
Bezüglich der Blutverdünner können wir leider nichts sagen, das hängt auch davon ab, ob Sie vorher bereits welche eingenommen haben. Dann sollten diese im Normalfall weitereingenommen werden. Darüber sollten Sie aber auf jeden Fall mit dem behandelnden Arzt sprechen.
Zwei Dinge sollten trotzdem untersucht werden, zum einen die nässende Wunde, das Nässen sollte nach kurzer Zeit bereits wieder vergehen, zum anderen das "eigenartige" Gefühl. Es könnte eine harmlose Ursache, wie z.B. eine Einblutung ins Gewebe dahinterstecken, die einfach durch den Körper selbst abgebaut werden muss. Natürlich ist auch eine psychische Ursache möglich, das kann aber nur dann eingeschätzt werden, wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen wurden.
Wir empfehlen Ihnen, den behandelnden Arzt, bzw. das behandelnde Krankenhaus nochmal zu kontaktieren und sich dort nochmals vorzustellen. Einerseits sollte eine kurze Nachsorgeuntersuchung stattfinden, außerdem sollten Sie den Umstand mit den Blutverdünnern besprechen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam