Massive Zunahme von Extrasystolen und Tachykardien

Kategorie: Herzberatung » Expertenrat Herz | Expertenfrage

28.01.2019 | 17:28 Uhr

Hallo, 

ich in aktuell etwas ratlos. Bin weiblich, Ende 20, normalgewichtig, treibe gelegentlich Sport, rauche leider schon recht lange, trinke selten Alkohol, ernähre mich gesund.

Seit ich etwa 20 bin, habe ich gelegentlich Extrasystolen und etwa alle halb-/Dreiviertel Jahr plötzlich beginnende und endende Tachykardien, die leider noch nie aufgezeichnet werden konnten. Im Schluckecho 2018 stellte sich heraus, dass ein minikleines Foramen ovale besteht, sowie ein nicht behandlungsbedürftiger Mitralklappenprolaps. 

2017 hatte ich nach einer Erkältung ebenfalls tagelang Extrasystolen. Eine Blutuntersuchung ergab einen erhöhten Pro-Bnp, alles andere war normal. Ich sollte mich einige Wochen schonen, der Wert wurde dann im Abstand von 3 und 6 Monaten kontrolliert und blieb erhöht. Der Kardiologe erklärte dies als Abweichung von der Norm, die kein grund zur Sorge wäre. 

Anfang Januar 2019 war ich wieder erkältet. Hatte zusätzlich viel Stress wegen einer Prüfung und war tagelang ziemlich angespannt und nervös. Seit der Zeit habe ich täglich Extrasystolen , darüber hinaus habe ich alleine im Januar schon 3 Episoden von plötzlich auftretenden Tachykardien gehabt, die ich jedoch mithilfe des Vasalva-Manövers schnell beenden konnte. Die Frequenz war auch nicht “so“ hoch, lediglich etwa 120/min. 

Vergangene Woche war ich dann bei meinem Hausarzt. Im 12-Kanal EKG fand sich nichts auffälliges, das Ergebnis eines 24-Std EKGs steht noch aus. Mein Hausarzt meint dass in der Mehrzahl der Fälle keine ernsthafte Erkrankung dahinter steht, jedoch solle ich eventuell über eine EPU nachdenken. Er hat mir dann recht flapsig an den Kopf gehauen dass ich sonst irgendwann vielleicht tot umfalle, „und sich dann alle wundern“.. Das hat mich sehr verunsichert, mich dann mit so einer Aussage nach Hause zu schicken.. Beim Kardiologen habe ich leider erst im Mai einen Termin bekommen. 

Ich bin nun recht unsicher. Soll ich vielleicht auf eigene Faust einen Termin in einer Rhythmusambulanz vereinbaren ? Dazu kommt, dass ich derzeit ziemlich nervös und gestresst bin, was die Störungen natürlich nicht verbessert.. 

Um einen Rat wäre ich dankbar ! 

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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30.01.2019, 11:30 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

die Äußerungen Ihres Hausarzt waren leider nicht besonders einfühlsam. Ja, er hat Recht, man kann über eine EPU nachdenken, in erster Linie aber, weil Sie die Symptome scheinbar doch sehr belasten. Bei einem sonst gesunden Herzen sind sowohl Extrasystolen als auch Tachykardien, die sich von selbst oder mit den bekannten Manövern beenden lassen, nicht gefährlich. Sehr häufig nehmen Extraystolen und Tachykardien in Zeit von erhöhtem Streß und vermehrter psychischer Belastung sehr zu. Trotzdem werden sie dadurch nicht gefährlicher. Es gibt keinen Grund jetzt in Angst und Panik zu verfallen und es ist auch nicht nötig zusätzlich Termine zu vereinbaren, vor dem Termin beim Kardiologen im Mai. Viel wichtiger wäre es jetzt für Sie, dass Sie versuchen gezielt Streß abzubauen und wieder mehr zur Ruhe kommen. Sie haben vollkommen Recht, dass die Nervosität und der Streß die Situation nicht gerade besser machen, daher sollte das jetzt Ihr Ansatzpunkt sein. Der Termin beim Kardiologen im Mai ist vollkommen ausreichend, versuchen Sie bis dahin mehr zur Ruhe zu kommen, auch wenn das leider häufig leichter gesagt als getan ist, vor allem nach so unüberlegten Aussagen von anderen Ärzten. Versuchen Sie trotzdem diese Aussage Ihres Hausarztes etwas mehr in den Hintergrund zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Lifeline Gesundheitsteam  

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30.01.2019, 14:41 Uhr
Kommentar

Vielen Dank für die schnelle Antwort ! 

Leider kam es gestern erneut zu einer Tachykardie, die ich nicht selbstständig beenden konnte und circa 60 Minuten anhielt. Erstmals bekam ich hierbei auch Schwindelgefühle, sodass ich in die Notaufnahme musste. “Leider“ war der Rhythmus wieder normal, bis ein EKG geschrieben wurde. Natürlich haben auch hier Nervosität und Stress ihr Übriges getan. Schlussendlich war der Aufenthalt ambulant, ich bin jetzt erstmal krank geschrieben und werde in 2 Wochen stationär aufgenommen, dann wird auch eine EPU vorgenommen. Man geht davon aus, dass es sich um eine AV-Knoten Reentry-Tachykardie handelt. 

Gemäß Ihrer Empfehlung werde ich jetzt daran arbeiten, gezielt Stress abzubauen und bereite mich gedanklich auf die Untersuchung vor. Die Aussicht, dass dann abladiert werden kann und der Spuk endlich ein Ende hat, beruhigt mich schon etwas. 

Ich danke Ihnen für Ihre Ratschläge ! 

Lifeline Gesundheitsteam
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02.02.2019, 14:16 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

auch wenn das jetzt leider eine sehr schnelle und abrupte Änderung der Situation ist, ist es gut, dass Sie unter ärztlicher Kontrolle sind und nun schnellstmöglich an einer Lösung gearbeitet wird. Sie haben vollkommen richtig reagiert, dass Sie die Notaufnahme aufgesucht haben. Es wäre in so einer Situation auch absolut in Ordnung den Rettungsdienst zu rufen.

Versuchen Sie wirklich die zwei Wochen bis zur stationären Aufnahme zur Ruhe zu kommen und konsequent Streß abzubauen, davon profitieren Sie in jedem Fall.

Weiterhin alles Gute für Sie und selbstverständlich stehen wir Ihnen bei weiteren oder neuen Fragen hier zur Verfügung.

 Mit freundlichen Grüßen 

Lifeline Gesundheitsteam 

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