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KHK Symptome unter AD(H)S-Medikation

Kategorie: Herzberatung » Expertenrat Herz | Expertenfrage

01.09.2019 | 05:44 Uhr

Bis auf nervige Rhythmusstörungen, mal viel (über 600), mal sehr wenig, habe ich (38 , guter LDL, Nichtraucher) sonst keine Auffälligkeiten am dem Herzen und es wurde nichts als krankhaft eingestuft. Ich hatte in der Vergangenheit vor einigen Jahren sogar mal ein Belastungs EKG, weil ich beim Ausdauersport am Anfang immer ein Reißen in der Brust habe, aber das war in Ordnung.

Nun habe ich ein neues Medikament verschrieben bekommen mit dem Wirkstoff Lisdexamfetamin aufgrund von ADS. Schon bei der ersten Einnahme (diese Betrug zum Glück nur die Hälfte der Mindestdosis für Erwachsene) bekam ich etwa nach 3 Stunden immerzu Schmerzen in der Brust. Da ich mir sicher war, dass ich nichts am Herzen haben kann, habe ich es noch einige Male, an etwa 5 Tagen genommen und jedesmal bekam ich starke Extrasystolen und dazu Schmerzen in der Brust. Da sie auch manchmal rechts aufgetreten sind, und nicht nur links, dachte ich an einen Zufall. Doch bei den letzten Malen sind auch Schmerzen genau in der Herzgegegend, die bis in die Achselhöhle zogen aufgetreten. Wenn ich das Medikament nicht genommen habe (habe dies bewusst getestet) sind die Symptome verschwunden. Da es bei ADS nicht viele Wirkstoffe gibt und ich alles durchprobiert habe und von diesem Medikament begeistert war, finde ich das sehr schade, wenn ich es absetzen müsste.

Mein Kardiologe sagte am Telefon, dass ich einfach das Medikament absetzen soll und keine Untersuchung brauche, da ich keine Risikofaktoren hätte und ich eben aufs Medikament reagiere. Aber ist da nicht die Frage warum? Ich mache mir etwas Sorgen, dass ich quasi eine Schwachstelle am Herzen habe, die nun durch das Medikament zum Vorschein kommt. Habe gelesen, dass man ganz kleine Verengungen am Herzen kaum nachweisen kann oder nur während eines richtigen KHK Anfalls im Belastungs-EKG.

 

Wie sehen Sie das? Kann ich das Medikament weiter ausprobieren und brauche ich doch eine Untersuchung (im Beipackzettel steht man muss zum Kardiologen, wenn man Herzbeschwerden bekommt), und wenn ja, welche ist hier aussagekräftig für die Abklärung?

 

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße!

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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03.09.2019, 08:55 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

eine der Nebenwirkungen, die unter Lisdexamfetamin anftreten kann, ist, dass sich die sog. QT-Zeit im EKG verlängert. Dies kann zu Herzrhythmusstörungen führen. Dadurch sollten aber keine Schmerzen entstehen. Ein EKG unter Medikation kann das aber schnell überprüfen. Das kann auch vom Hausarzt geschrieben werden.
Eine andere Nebenwirkung kann auch den Magen betreffen. Dass die Schmerzen nicht immer am gleichen Ort lokalisiert sind, kann darauf hindeuten, dass es sich eigentlich um Magenschmerzen handelt. Eine Möglichkeit besteht jetzt darin, das Medikament zusammen mit einem Magenschutz einzunehmen und darauf zu achten, ob die Symptome weiter vorliegen. Wenn nicht, handelt es sich eher um Magenschmerzen.
Eine Alternative zum Lisdexamfetamin ist reines Amphetamin. Der Nachteil daran ist, dass es nicht so lange wirkt, der Vorteil, dass es theoretisch auch als Saft eingenommen werden kann. Ob die Kasse die Kosten übernimmt, können wir natürlich nicht wissen.
Mehrere kleinere Dosen Amphetamin am Tag sind tatsächlich eine Alternative zu Lisdexamfetamin, die eingesetzt werden kann.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam