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Herzstolpern und verrückt spielender Puls

Kategorie: Herzberatung » Expertenrat Herz | Expertenfrage

25.08.2019 | 22:54 Uhr

Sehr geehrtes Experten Team,

ich leide seit ca.2003 unter Herzstolpern . Damals wurden dann zusätzlich Panikatacken festgestellt.Alles wurde behandelt und ich war viele Jahre beschwerdefrei.Ab und zu dieses Stolpern ansonsten die Panikstörung unter Kontrolle. Einige Jahre nahm ich Bisoprolol ,womit ich gut klar kam. Es wurde dann ausgeschlichen und alles war eigentlich gut. Nach geraumer Zeit fing es wieder an .Ich bekam Metoprolol ,kam damit lange klar und irgendwann wurde dies auch wieder ausgeschlichen. 2016 landete ich im herzzentrum Coswig mit Verdacht auf Infarkt was meine Hausärztin feststellte als ich mit Magenbeschwerden und Schwäche bei ihr vorstellig wurde. Ein Infarkt hat sich nicht bestätigt . Es wurde ein Herzultraschall gemacht ,ein Belastungs EKG und ein Herzkatheter.Alles war soweit i.O. Außer eben die Extrasystolen ,die wohl nicht gefährlich wären.Nach dem Herzkatheter hatte ich am rechten Arm ein Arterienverschluss welcher mit Blutverdünner über 3 Wochen behandelt wurde. Rechts ist nun der Puls nicht mehr fühlbar.

Seit ca. 5 Wochen habe ich wieder vermehrt diese Stolperchen welche ich sehr spüre und es sehr unangenehm ist. Teilweise über Stunden. Sehr oft am Abend im Bett ,aber auch tagsüber plagen sie mich desöfteren. Am 16.08.2019 wachte ich am Morgen mit starkem aber sehr langsamen Puls auf ,ich habe dann nach langem Nichtmessen mal wieder meinen Blutdruck kontrolliert ...mit Schrecken habe ich festgestellt das ich nur einen Puls von 35 hatte. Blutdruck war gleube ok . Beschwerden wie Schwindel oder ähnlichem hatte ich nicht. Nun machte ich mir wieder Gedanken und habe meinen Blutdruck und Puls öfter kontrolliert. Am 19.08.2019 ging es mir dann nicht wirklich gut ,ich hatte extreme Stolperchen und auch Angst . So ließ ich mich von meinem Mann nach Coswig in das Herzzentrum fahren. Dort wurde ich aufgenommen und nach 3 Stunden Überwachung in ein Zimmer verlegt . Am nächsten Tag hatte ich einen Herzultrschall und danach ein Belastungs EKG , den Tag darauf sollte eine Katheteruntersuchung stattfinden wenn auffälligkeiten festgestellt würden. Als die Auswertung vom Belastungs EKG gemacht wurde ,beschloß die Ärztin den Katheter noch am selben Tag zu machen. Festgestellt wurde eine Ischämie im Bereich der lateralwand. Eine koronare herzerkrankung wurde ausgeschlossen.Alles lief ohne Komplikationen ab und war auch soweit in Ordnung. Beim morgendlichen Puls messen hatte ich um die 47 und arrhytmisch.Im Krankenhaus ging es mir einigermaßen gut ,hatte nur zwei kurze Attacken mit Stolperen... ein EKG wurde geschrieben wo jedoch nicht viele zu sehen waren. Ich bekam ein LZ EKG und ein Überwachungsgerät wegen meinem Puls. Am 3. Tag wurde ich dann entlassen mit dem Hinweis ,wenn es mehr als 15.000 ES werden könnte man an eine Ablation denken. Die Metoprolol soll ich nun weglassen und nur bei Bedarf eine nehmen. Nun habe ich jedoch Angst das dadurch mein Puls noch mehr abfällt und meide es diese einzunehmen wenn es geht. Ich sende Ihnen  die letzten Blutdruckmessungen. Über ihren Rat und Ihre Meinung würde ich mich sehr freuen.Vielen Dank im Vorraus !

 

Mit freundlichen Grüßen

Blutdruck der letzten Tage 

22.08.2019   09:00 Uhr   118 79     79    vor dem Auf stehen kei ne Arrhythmi e
22.08.2019   16:45 Uhr   121 89     93
22.08.2019   23:41 Uhr   127 76      48    Arrhythmi e
23.08.2019   08:30 Uhr   120 85      37      nach aufwachen
23.08.2019   09:00 Uhr    117 104   105  nach auf stehen und Toi l et tengang
23.08.2019   13:00 Uhr    121 86    113 
23.08.2019    23:40 Uhr      119 84  107    in Ruhe vor PC / merke Herzschlag und Stolperchen
. . .wi rd nicht angezeigt (kei ne Arrhythmie
24.08.2019    00:17 Uhr120 87  89  am PC
24.08.2019 08:20 Uhr 108 73   42  vor dem Auf stehen
24.08.2019 13:58 Uhr 123 87   105  si t zend am PC / 1/2 Metoprol ol
25.08.2019 00:22 Uhr 120 80   85  Fern gesehen
25.08.2019 08:00 Uhr 105 66   40  nach dem Aufwachen / kei ne Beschwerden
25.08.2019 08:05 Uhr 114 79   89  Arrhythmi e , si t zen auf Bet t kante
25.08.2019 17:54 Uhr 117 81   70  vor PC
25.08.2019 19:48 Uhr 119 85   54   Arrhythmi e / am PC / merke Stol pern
25.08.2019 19:54 Uhr 119 84    47 Arrhytmi e /nachgemessen da Pul s ni edri g
25.08.2019 20:04 Uhr 130 84   59         Arrhythmi e / starkes Stol pern
25.08.2019 21:17 Uhr 124 89   90        15 min nach dem Essen / si t ze ruhi g am PC

Der dritte Wert ist jeweis der Puls ...der wohl ein weig verrückt spielt:,(

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26.08.2019, 12:37 Uhr
Antwort

Hier noch der Befund vom Ruhe EKG (19.08.2019)

Sinusrhythmus,Linkslagetyp,HF 65/min, regelrechte R-Progression über der Vorwand,R-Verlust in V1,T-Negativierung in V1,PQ 166ms ,QRS 100ms, keine Heterotopien 

Körperlicher Befund: 

54 Jahre in normalen Allgemeinzustand und leicht adipösem EZ,Größe 1,68 83kg ,RR 140/80 ,HF 65/min ,Cor:Herztöne rein rhythmisch one vitientypische Nebengeräusche. 

Pulmo: bds.Vesikulratmen,ohne pathalogische Nebengeräusche.Abdomen weich ,Peristaltik hörbar,keine Druckschmerzen,keine Resistenzen,Nierenlager bds.frei,Keine prätibialen Ödeme,Peripherer Gefäßstatus unauffälig.

Labor:

Elektrolyte, Entzündungsparameter,Gerinnung,Blutbild ,Herzenzyme, Lipase, Triglyzeride, Kreatin,GPT/ALAT,Harnstoff,HDL,BZ nüchtern, TSH im Normalbereich,Cholesterol 6,01, LDL 4,27, GFR 69,3 

Belastungs EKG 20.08.2019

Abbruch nach 2 min bei 100 Watt bei körperliicher Erschöpfung.Keine Beschwerden

HRST: 

in Ruhe und bis Beginn 50 W insgesamt 17 isolierte monomorphe VES ,in höheren Belastungsstufen keine VES,in der Erholung insgesamt  9 isolierte monomorphe VES 

Echo:

LA normal groß (LA 45ml) LV normal groß ,leichtgradig konzentrisch hypertrophiert,normale LV Funktion ,keine sicheren Wandbewegungsstörungen,Mitralklappe mit leichtgradiger Insuffinenz,Aortenklappe kein relev.Vitium.Rechtsherzabschnitte nicht erweitert .Trikuspidalklappe TI I° (TRmaxPG 24 mmHG) Gute RV Funktion TAPSE 18mm. Kein Perikarderguss.

 

LZ-EG 20.08.2019

Grundrhythmus ist Sinusrhythmus mit einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 68/min ,einer Maximalfrequenz von 101/min um 6.59Uhr und einer minimalfrequenz von 56/min um 6.26 Uhr .Keine Pausen,keine Bradycardien. Ventrikulr ergaben sich 1049 VES und 11 2:1-Extrasystolie.Episoden.Supraventrikulre Ereignisse bestanden aus 5 SVES .

Epikrise:

Die stationäre Aufnahme der Patientin erfolgte aufgrund oben beschriebener Umtände.Zur Abklärung führten wir zunächst ein Belstungs EKG durch.Hierbei ergab sich eine Ischmie im Bereich der lateralwand.Diesbezüglich fühten wir eine Herzkathetheruntersuchung durch .Im Rahmen dieser invasiven Diagnostik konnte eine koronare Herzerkrankung ausgeschlossen werden.Echokardiographisch zeigte sich ein normal großer ,leichtgradig ,konzentrisch hypertrophierter linker Ventrikel mit normaler LV-Pumpfunktion..Im LZ EKG sahen wir als Grundrhythmus einen Sinusrhythmus mit einer durchschnittlichen HF von 68/min und 1049 ventrikuläre ES .patientin klagte über Palpitationen die nach Bradykardien auftraten.Aus diesem Grund entschieden wir uns für Einleitung Therapie mittels Metoprolol 47,5mg als PILL-in -the.pocket.

Lifeline Gesundheitsteam
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29.08.2019, 19:21 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Artep,

das Vorgehen, das die Klinik gewählt hat, ist tatsächlich ein sehr Gutes. Auch die Idee, den Betablocker abzusetztn und nur mehr bei Bedarf einzunehmen, ist plausibel.
Dass die Beschwerden Sie stark belasten, ist verständlich. Die Werte, die Sie gemessen haben, scheinen aber allesamt unauffällig bzgl. des Blutdrucks und auch die Befunde aus dem Krankenhaus zeigen, dass Ihr Herz offensichtlich keine Einschränkung der Pumpleistung hat.
eine mögliche Besserung könnte unter Umständen ein Aufbautraining für das Herz bringen. Darüber sollten Sie mit einem Kardiologen sprechen. Letztendlich lässt sich aber die Symptomatik durch Eingriffe von Außen wohl leider nicht dämpfen. Eine weitere psychotherapeutische Unterstützung kann aber sinnvoll sein, da auch die Psyche das Herz beeinflussen kann.
Leider können wir keine direkte Therapieempfehlung geben, bei Fragen sind wir aber gerne für Sie da.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

 

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30.08.2019, 13:11 Uhr
Kommentar

Vielen Dank für Ihre Antwort ! Nun bin ich doch ein wenig mehr beruhigt .Ich hatte doch Angst weil die 1049 VES ja aus der Kammer kommen das daraus irgendwie ein Kammerflimmern entstehen könnte :-X Und der Befund vom Ruhe EKG hatte mich auch ein wenig beunruhigt :-(

Zitat:

Sinusrhythmus,Linkslagetyp,HF 65/min, regelrechte R-Progression über der Vorwand,R-Verlust in V1,T-Negativierung in V1,PQ 166ms ,QRS 100ms, keine Heterotopien 

Mit freundl. Grüßen P.R.

Lifeline Gesundheitsteam
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02.09.2019, 23:05 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Artep,

das EKG zeigt sicherlich Auffälligkeiten. Die rot markierten Befunde hängen wahrscheinlich mit der Linksherzhypertrophie zusammen und scheinen in diesem Zusammenhang plausibel. Wichtig ist, dass bei der Herzkatheteruntersuchung keine Auffällgkeiten gefunden werden konnten und eine koronare Herzkrankheit ausgeschlossen werden konnte. Damit besteht erstmal keine erhöhte Herzinfarktgefahr.
Die Therapie mit Beta-Blockern gegen Herzrhythmusstörungen ergänzt das Vorgehen recht gut.

Wir hoffen, wir konnten Sie damit nochmal beruhigen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam