Herzmuskelentzündung?

Kategorie: Herzberatung » Expertenrat Herz | Expertenfrage

28.04.2019 | 11:38 Uhr

Hallo,

 ich (m/28/195cm/150kg) hatte Anfang März eine schwere Erkältung mit Fieber, welche ca. eine Woche lang anhielt. Mitte März saß ich morgens im Büro und hatte auf einmal ein stechendes Ziehen in der Brust, welches auch in den linken Arm ausstrahlte sowie ein Engegefühl auf dem Brustkorb. Da mir auch schummerig vor Augen wurde, haben wir den RTW gerufen, welcher auch direkt kam. Im RTW wurde auf dem EKG eine Auffälligkeit bemerkt (T-Negativierung V2-V5), weshalb man mich ins KH mitnahm. Auch hier wurde auf dem 12-Kanal-EKG dieser Befund gemacht. Laut Krankenhaus und Notarzt sah es jedoch nicht nach einem Infarkt aus, in Historie der vorausgegangenen Erkältung ging man vielmehr von einer Herzmuskelentzündung aus. Ich blieb über Nacht und machte einen Langzeit-EKG (Befund siehe unten). Auch ein Herz-Ultraschall wurde gemacht, ohne Auffälligkeiten, Blutwerte sowie Blutdruck sind in Ordnung. Darauf würde ich entlassen.

Anfang April wurde außerdem zu weiteren Analyse ein Kardio-MRT gemacht. Auch hier ohne nennenswerte Auffälligkeiten (Befund s.u.)

 

Das alles klingt jetzt auf dem Papier erstmal gut und ich bin auch gewissermaßen erleichtert. Jedoch habe ich die Symptomatik immer wieder, die letzten Tage wieder verstärkt, davor war auch immer wieder einige Tage am Stück Ruhe, ehe es wieder für ein paar Stunden auftauchte. Es ist ein Schmerz in der Brust, welcher sich teilweise in den Arm ausstrahlt und außerdem ein Engegefühl. Zusätzlich fällt mir teilweise die Konzentration schwer. Der Schmerz in der Brust wird auch von einem Schmerz an der linken Halsseite entlang begleitet. 

Wenn ich mich auf die linke Seite lege, nimmt der Schmerz ab. Der Schmerz ist nicht belastungsabhängig.

 

Nun meine Fragen:

  • Was könnte diese Symptomatik noch auslösen?
  • Was sollte ich abklären lassen?
  • Sollte ich eventuell bzgl. der kardiologischen Befunde eine zweite Meinung einholen lassen? 
  • Wenn so ein MRT gemacht wird, wird nur auf die Dinge geachtet, die im Zusammenhang mit der Ursprungsanamnese stehen oder auch auf andere Dinge?

 

Auch psychisch ist diese Unsicherheit in den eigenen Körper, die ich jetzt zum ersten Mal erfahre, ziemlich belastend. Deswegen hoffe ich hier, adäquate Antworten oder Tipps zu finden. 

 

Entlassungsbericht KH:

Diagnosen:

Myokarditis nach grippalem Infekt

Echo: Normale LVEF, kein relevantes Vitium. kein Hinweis für LAE oder ACS

Befunde:

EKG: T-Negativierung V2-V5

Langzeit-EKG-Befund:

Aufzeichnungsdauer über 17 Stunden und 4 Minuten. Ausreichende Aufzeichnungsqualität. Durchgehender Sinusrhythmus.

Keine Pausen über 2.5 sec. Keine Bradykardien.

Min. HF 57/min (21:27). Max. HF 138/min (14:09). Durchschn. HF 76/min. Vereinzelte VES. Keine SVES.

Keine Couplets, Triplets, Salven oder VTs.

Beurteilung:

Sinusrhythmus, keine wesentlichen HRST, gute Frequenzvariabilität

 

Bericht Kardio-MRT:

Befund:

Normal großer, nicht hypertrophierter LV mit normaler systolischer Funktion (EF 63%). LA vergrößert (25 cm2). Rechte Herzhöhlen normal groß und RV mit visuell normaler systolischer Funktion.

Kein hämodynamisch relevantes Klappenvitium.

Aorta ascendens mit 33mm im Bulbus sowie mit 32x31mm auf Höhe PA normal weit. Aorta descendens 24x22mm auf Höhe PA messend. Pulmonalarterienstamm (30mm) nicht erweitert. Kein Perikaderguss. Perikard nicht verdickt und nicht verkalkt.

Late enhancement: Keine KM-Anreicherung im Myokard nachweisbar.

LV—Myokard-Mapping: T1nativ 1007ms (Norm < 1032 ms), T1post-KM 508ms (Norm > 454 ms), ECV 23% (Norm < 34%). T2nativ 45ms (Norm < 55 ms).

Beurteilung:

Normal großer, nicht hypertrophiener LV mit normaler Funktion (EF 63%). Keine Narben im Myo- kard. In Zusammenschau mit myokardialem Mapping kein Hinweis auf myokardiale Inflammation.

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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06.05.2019, 11:50 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo jmpm,

eine solche Symptomatik kann noch auf die Herzmuskelentzündung zurückzuführen sein, da es eine ganze Weile dauern kann, bis diese vollständig ausgeheilt ist. Wichtig wäre daher auf jeden Fall, dass Sie sich auch weiterhin körperlich schonen. Hinzu kommt natürlich, dass nach einem solchen Vorfall die psychische Belastung sehr groß ist und man besonders auf sämtliche Symptome achtet und diese dadurch auch verstärkt wahrnimmt. Erstmal ist es sicher sinnvoll, dass Sie mit den Befunden und Ergebnissen die Sie haben einen Termin bei Ihrem Hausarzt vereinbaren und mit Ihm alles besprechen. Dieser kann dann auch schon die ein oder andere Untersuchung durchführen und Sie ggf. auch weiter überweisen. Darüberhinaus kann eine psychologische Unterstützung nach so einem Vorfall sinnvoll sein, um das erlebte besser verarbeiten zu können. Auch das können Sie aber mit Ihrem Hausarzt besprechen. Bei jeder Untersuchung, so auch beim MRT, wird natürlich auf der einen Seite nach Auffälligkeiten in Zusammenhang mit der Ursprungsanamnese geachtet, aber auch andere Auffälligkeiten werden selbstverständlich beachtet.

Mit freundlichen Grüßen 

Lifeline Gesundheitsteam 

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