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Herzfrequenz von30 bis zu 246 im Ruhezustand gefährlich?

Kategorie: Herzberatung » Expertenrat Herz | Expertenfrage

24.10.2020 | 21:07 Uhr

Hallo, ich bin 32j, weiblich, mache mein Leben lang viel Sport (auch auf Leistungssportebene) und bin sehr aktiv.Ich rauche nicht und trinke nicht und habe eine normale bis eher schlanke Figur. Seit geraumer Zeit habe ich Phasen in denen ich mich ungewohnt erschöpft fühle und viel mit Schwindel, Sehstörungen und Kribbeln in Armen oder Beinen oder dem Gesicht zu tun habe. Sowohl beim Sport als auch im Ruhezustand treten die Symptome plötzlich auf. Meine Pulsuhr zeigt im Ruhezustand Werte zwischen 30 und 246 an und dies in einem auf und ab von bis zu 5 mal pro Minute (auf den hohen Wert) über mehrere Stunden. Dann gibt es, wenn auch aktuell selten Phasen wo der Puls ruhig und konstant zwischen 45 und 65 bleibt als ob nichts sei. Bei extremer Belastung konnte ich bisher keine extremeren Werte feststellen die Unregelmäßigkeiten bleiben aber der Puls geht, soweit ich das feststellen konnte, nicht über 246 hinaus, wobei sich die Kontrolle da auch als schwierig darstellt. Ich war vor einem halben Jahr bei einem Kardiologen der mir Betablocker verschrieben hat. Er sagte jedoch auch ich könne diesen wieder absetzen wenn ich es so probieren möchte. Die ersten 3 Monate fühlte ich mich sehr sehr gut und wie bei... dann hatte ich das Gefühl oft zu wenig Energie zu haben und mir wurde wieder häufig schwindelig. In Absprache mit dem Hausarzt habe ich die Tabletten abgesetzt, und jetzt, drei Monate später ist das Herzrasen zurück... Ich bin sehr unsicher ob ich mir eine zweite Meinung holen sollte oder die Tabletten wieder nehmen, die meiner Meinung nach, meinen sowieso niedrigen Blutdruck zu sehr beeinflussen... Die anfallartigen Episoden lassen sich keiner bestimmten Situation zuordnen... Stress oder Anstrengung oderso... Es kommt und geht wie es lustig ist und ich fühle mich dadurch sehr unsicher, auch was meine sportlichen Aktivitäten angeht, da ich das einfach nicht unter Kontrolle habe und mich zeitweise sehr plötzlich sehr schlecht fühle. Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen. Ich bin irgendwie unsicher, vielleicht sollte ich auch einfach normal weitermachen und mir nicht zu viele Gedanken machen...Ich würde mich auf Jeden Fall über eine fachliche Meinung dazu freuen. Danke im Voraus

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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25.10.2020, 00:16 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

wir empfehlen Ihnen tatsächlich auch, das abklären zu lassen. Zuallererst sollte überprüft werdne, ob die beschriebenen Pulsschwankungen wirklich vorkommen oder ob sie sich nur so anfühlen und durch die Uhr falsch gemessen werden. Es könnte sein, dass Herzrhythmusstörungen vorliegen, die dazu führen, dass der Puls wirklich so "stolpert".
Zur Überprüfung könnte es sinnvoll sein, ein Langzeit-EKG zu schreiben, damit aufgezeichnet werden kann, wie der Puls sich allgemein über dern Tag hin verteilt. Abhängig davon, was hier herauskommt, muss dann eine Behandlung geplant werden. Damit die Untersuchung möglichst aussagekräftig ist, sollten die Medikamente bis dahin möglichst weggelassen werden, das sollten Sie aber auch unbedingt mit Ihrem Hausarzt besprechen. Die Untersuchuch selbst sollte bei einem Kardiologen erfolgen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen damit weiterhelfen und sind bei weiteren Fragen natürlich gerne wieder für Sie da - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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25.10.2020, 21:21 Uhr
Kommentar

Danke für die schnelle Antwort. Bei meinem Mann funktioniert die Pulsuhr mit Brustgurt einwandfrei, wir haben mehrfach getauscht weil meine Werte uns natürlich beunruhigt haben. Ich habe schon früher für Marathon, - und Langstreckenläufe mit Pulsuhr trainiert und nie so kuriose Werte gehabt. In der Praxis wo ich Anfang des Jahres war sind viele Untersuchungen gemacht worden auch ein Langzeit EKG. Die erste Kardiologin die die Werte ausgewertet hat war sehr beunruhigt und sprach davon dass sie eine Katheteruntersuchung empfehlen würde. Der zweite Kardiologe den sie um Rat bat schien alles recht harmlos einzuschätzen und verschrieb mir Betablocker mit den Worten es könne sein dass ich die einige Jahre nehmen müsste, wenn ich es ausprobieren wolle könnte ich sie aber auch weglassen. Diese sehr unterschiedlichen Aussagen und Einschätzungen haben mich auch nicht gerade beruhigt zumal ich für beides keine Erklärung bekam. Ich hatte das Gefühl nicht ernst genommen zu werden weil ich ja noch jung und recht fit daher kam. Ich ging damals hin weil ich beim Sport starke Leistungseinbußen feststellte und alles, jede Kleinigkeit, zunehmend anstrengender wurde, ich oft das Gefühl hatte nicht genügend Luft zu bekommen obwohl ich frei atmen konnte und zunehmend Probleme mit Schwindel Bus hin zur Bewusstlosigkeit hatte.Ich werde meinen Hausarzt nochmal darauf ansprechen und vielleicht auch einen Anderen Kardiologen konsultieren in der Hoffnung zumindest soweit Informiert zu werden dass ich nicht mit einem unsicheren Gefühl rumlaufen muss. Gruß 

Lifeline Gesundheitsteam
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31.10.2020, 12:11 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo,

Verzeihen Sie bitte unsere so späte erneute Antwort.
es entsteht also der Eindruck, als würden tatsächlich deutliche Pulsschwankungen vorliegen. Ursächlich scheinen aus dem Langzeit-EKG offensichtlich Herzrhythmusstörungen zu sein. Diese scheinen offensichtlich wegen einer Veränderung des Herzens an sich zu entstehen, wenn man bedenkt, dass die erste Kardiologin meinte, man könnte dies mit einem Herzkatheter behandeln.
Offensichtlich wurde diese Einschätzung durch den zweiten Arzt nicht geteilt, weshalb er das Problem medikamentös behandelt hat. Die Medikamente, also die Betablocker, scheinen ja auch geholfen zu haben aber dabei auch Nebenwirkungen mit sich gebracht haben.
Entscheidend ist jetzt also die Einschätzung: Was für Rhythmusstörungen liegen vor und helfen hierbei Medikamente. Sinnvoll könnte also tatsächlich nochmal eine weitere Einschätzung durch einen Facharzt sein, der erneut ein Langzeit-EKG schreibt. Dann kann überprüft werden, ob Betablocker tatsächlich helfen und falls ja, welche Dosierung ist ausreichend. Ansonstne sollte natürlich auch erwogen werden, ob der Katheter notwendig ist.
Wir empfehlen von daher tatsächlich nochmals eine Abklärung.

Falls sich weitere Fragen ergeben, sind wir natürlich gerne wieder für Sie da. Wir hoffen, unsere Erklärung konnte Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam