Angst wegen Extrasystolen - Extrasystolen wegen Angst?

Kategorie: Herzberatung » Expertenrat Herz | Expertenfrage

26.01.2019 | 19:47 Uhr

Verehrte Experten,

 

mich plagen seit 1,5 Jahren mehrfach täglich  kurze Herzaussetzer.

Das fühlt sich  so an: x-x-x-x-x---X-x-x-x-x-x---X-

x=Schlag, -=Pause zw. 2 Schlägen, X=starker Schlag.

bei den --- fühlt es sich so an, als ob was im Brustkorb fehlen würde. Die Pause dauert vielleicht 1 Sekunden, selten auch mal 2. Außer einem "doofen Gefühl" habe ich keine Begleiterscheinungen. Nach so einer Aktion schlägt mein Herz dann manchmal etwas flotter als vorher (statt mit 70, da z.B. mit 90)

Ich habe dann im Nachgang immer Angst, dass das Herz ja stehen geblieben ist und dann wieder in Gang kam. Was aber nun, wenn es nicht mehr in Gang kommt.

Ich bin technisch vorgeprägt (Maschinenbau) und gewohnt mit höchster Präzision auf 1000stel mm zu arbeiten. Maschinen haben auch keine Abweichungen.

Zur Migräneprophylaxe nehme ich im Moment Beloc-Zok-mite 47,5: 1-0-1

 

Ich war in 12/2017 das erste mal beim Kardiologen, weil ich da bereits seit ein paar Monaten diese kurzen Pausen gefolgt von einem starken Schlag hatte. Der machte Sono, EKG und Belastungs-EKG und diagnostizierte "...regelrechte cardiale Funktion. ...keine Hinweise auf Coronarstenosen....Stolpern ist sicherlich durch Extrasystolen verursacht, die keiner Medikation bedürfen".

In 2/2018 LZ EKG beim Internisten: "keine höhergradigen Herzrhytmusstörungen"

In 7/2018 war ich nach kurzer "Schummrigkeit" und Druck hinterm Brustbein beim Internisten. LZ-EKG: Sinusrhythmus 54-113/min, mittlere f: 72/min. eine SVES Kette, wenige monomorphe VES --> Geringe ventrikuläre Extrasystolie ohne Nachweis komplexer repetitiver Formen. Vermutung Ursach ausgehend von Brustwirbelsäule

 

In 11/2018 (anderer) Kardiologe: Belastungsekg: 228 Watt bei 163 Puls. Blutdruck 170/95, Ca. 5 Minuten nach Belastung wurde mir schummrig und ich musste mich legen: Blutdruck 78/42 --> Diagnose: vasovagale Reaktion nach Belastung. LZ-EKG: mittler: 75/min (56-128/min), wenige SVES/VES; Sono: EF60-65%, Hinweis auf diastolische Funktionsstörung im transmitralen Flussprofil. Rechter Ventrikel normal groß mit normalen Kontraktionen. Die Herzklappen sind morphologisch bis auf MI I° und TI I° morphologisch und dopplersonographisch unauffällig. Zusammenfassung: Es ziegt sich eine LV-Hypertrophie mit normaler syst. LV-Funktion. Kein sicherer Hinwies auf be.ah. kardiale ISchämie. LZEKG: weniges SVES/VES, keine relevanten Herzrhythmusstörungen.

LZ Blutdruck: 

Gesamt: mittel 125/85; max 158/109; min 101/65

Tag: mittel131/89

Nacht: mittel 109/70

 

Ich habe ja durchweg positive Befunde, und obwohl das nun schon über 1 Jahr so geht, kann es ja nix dramatisches sein. Trotzdem macht mir die Sache Angst und zwar richtig Angst.

 

Wie schätzen sie die Befunde ein? Alles ok? Weitere Maßnahmen ergreifen?

Kann ich diesen Extrasystolen irgendwie den garaus machen?

 

 

Können die ES vom Betablocker kommen? Ich nehme den BB zwar schon seit Herbst 2015, aber wer weiß...

Achso: bin 43, männlich, sehr ergeizig, pflichtbewusst. Habe als Systembetreuer durchaus auch Stress und nehme mir viele Sachen "sehr zu Herzen". 

 

 

Danke für Ihre Mühen und sorry für den vielen Text...

 

 

Flo97

 

 

 

 

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Bisherige Antworten
Lifeline Gesundheitsteam
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30.01.2019, 11:06 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo Flo97,

die Befunde klingen durchweg nicht besorgniserregend. Extrasystolen können sehr belastend sein, sind aber bei einem sonst gesunden Herzen nicht gefährlich und in der Regel auch nicht behandlungsbedürftig. Die Auslöser und Verstärker von Extrasystolen können sehr vielseitig sein, so kann unter Umständen auch der Betablocker in Frage kommen, sehr viel häufiger sind aber Streß, psychische Belastung oder Angst. Vielen Patienten hilft rgelmäßiger Sport und gezielte Entspannungsübungen um Extrasystolen und Ihre Symptome zu lindern, der angenehme Nebeneffekt ist dabei, dass dies auch mit Stressabbau bzw. Stressreduzierung einhergeht. Also besorgniserregend sind die Befunde nicht, ernsthafte Maßnahmen sind daher auch nicht notwendig, trotzdem würde ich Ihnen zu einem rgelmäßigen Ausgleich mit Sport und Entspannung raten. Welcher Sport für Sie da der richtige ist um Streß und Spannungen abzubauen, können Sie selbst austesten. Da ist Iher Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Mit freundlichen Grüßen 

Lifeline Gesundheitsteam 

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01.02.2019, 15:42 Uhr
Kommentar

Vielen Dank für Ihre Antwort.

 

Ja, das muss ich wohl auch in meinen Kiopf bringen, dass solche kurzen Störungen nicht schlimm sind.

Bin da leider maschinenbautechnisch vorgeprägt: wenn was außer Tritt kommt, muss gehandelt werden: Analyse, Ursachenforschung, Fehlerbehebung, Fehlervermeidung.

Lifeline Gesundheitsteam
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03.02.2019, 06:09 Uhr
Antwort von Lifeline Gesundheitsteam

Hallo sibsn,

auch diese Denkweise ist absolut nachvollziehbar, aber in der Medizin nicht immer anwendbar. Denn in der Medizin bedeutet eine Abweichung von der Norm nicht immer gleich, dass irgendwas nicht stimmt, sondern häufig, wie auch in Ihrem Fall handelt es sich um Normvarianten, die auch bei Gesunden auftreten können. Ich denke das ist ein wichtiger und wesentlicher Unterschied zu anderen Fachgebieten.

Mit freundlichen Grüßen 

Lifeline Gesundheitsteam 

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